Bericht von den 6. Hallen - Europameisterschaften in Helsinki

Am letzten Donnerstag begannen in der Sporthalle Liikuntamylly im Stadtteil Myllypuro diese Meisterschaften, für die 2070 Athletinnen / Athleten aus 36 Nationen gemeldet hatten. 320 Teilnehmer stellte die Deutsche Mannschaft, darunter auch 22 aus dem Bereich des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes.

An den Wettkämpfen nahmen dann letztlich 19 Athletinnen/Athleten teil.

Die Deutsche Mannschaft war (mal wieder) mit 231 Medaillen die erfolg-
reichste Nation, dicht gefolgt vom Gastgeber Finnland mit 217 Medaillen und Groß-Britannien mit 130 Medaillen.

Erfolgreich auch der WLV, den immerhin konnten seine Mitglieder
7 Gold-, 8 Silber- und 4 Bronzemedaillen erringen.

Erfolgreichster Athlet war Bernhard Stierle vom VfL Herrenberg, der in seiner Altersklasse der M 65 den Weitsprung (4,74 m), den Dreisprung (10,95 m) und den 5-Kampf (4.126 Punkte) gewinnen konnte. Dazu noch Platz 2 im Hochsprung (1,53 m) und zwei vierte Plätze im Stabhochsprung (2,90 m) und über 60m – Hürden (10,30 sec). Trotz dieses gewaltigen Programms fand Herr Stierle in jedem Wettkampf noch die Zeit, seinen Mitkonkurrenten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und nützliche Tipps weiterzugeben.

Leider bekam ich von den Gehwettbewerben (fast) nichts mit, konnte somit die beiden Goldmedaillen für Alfred Ludwig, M 65, vom VfL Munderkingen und Barbara Primas, W 40, von der TSG Esslingen in der Teamwertung des 5-KM Straßengehens nicht verfolgen. In der Einzelwertung dieses Wettbewerbes belegte Barbara Primas Platz 3 (in 25:53 min) und Alfred Ludwig Platz 4 (in 30:13 min).
Silber in diesem Straßengehen holte sich Frank Knäringer, M 70, von der SK Esslingen in 31:53 min. Im 3000m Bahngehen wurde Herr Knäringer Dritter in 19:59,64 min und Frau Primas Vierte in 15:18,48 min.
Somit holten die Geher allein 5 Medaillen.

Zwei weitere Goldmedaillen errangen Seniorinnen in der 4 x 200 m Staffel.
Zum einen Vroni Lay von der LG Filder in der Staffel der W 60 und zum anderen Angelika Grißmer, LG Neckar-Enz, in der Staffel der W 35.

Vroni Lay qualifizierte sich als sechstplatzierte des 200 m Finales in 35,86 sec, nachdem sie im Vorlauf bereits 35,84 sec gelaufen war. Im Weitsprung wurde sie noch gute fünfte mit 3,18 m.

Angelika Grißmer wurde in einem rechts spannenden Finale über 200 m nur von der Britin Averil McClelland geschlagen und wurde in 26,98 sec Zweite (ihre Vorlaufzeit 27,12 sec). Auch über 60 m war Angelika im Endlauf, dort wurde sie nach einer nochmaligen Steigerung ihrer Vorlaufzeit von 8,41 sec in 8,31 sec Vierte. Aufgrund ihrer starken Leistung über 200m wurde sie sogar von der deutschen Teamleitung in
die Staffel der W 35 berufen (obwohl bereits 45-jährig) und erlief sich dort mit einem starken Lauf die Goldmedaille, nur knappe 1 ½ sec über dem Europarekord.

Zu den weiteren Medaillengewinnern:

Angelika Holder von der LG Filder errang im Diskuswurf der W 50
mit 27,97 m den zweiten Platz, dazu gelang ihr im Kugelstoßen mit
10,62 m der fünfte Platz.

Hans-Joachim Rother vom VfL Waiblingen wurde über 800 m bei der M 65
Zweiter in 2:35,03 min, dazu erlief er sich über 1500m Platz 7 (5:22,64 min) und über 3000m Platz 9 (12:04,87 min).

Franz Saile von der LG Tuttlingen-Fridingen wurde im Fünfkampf der M 50 nur vom früheren Olympia-Teilnehmer im Zehnkampf Dr. Georg Werthner aus Österreich geschlagen und freute sich über 3915 Punkte, seine Einzelleistungen 9,57 – 5,51 – 9,86 – 1,60 – 3:04,60.

Weitere Silbermedaillen errangen Thomas Link, M 35, und Bernhard Grißmer, M 50, beide vom VfL Sindelfingen in ihrer jeweiligen Altersklasse der 4 x 200 m Staffel.
Thomas Link qualifizierte sich für seine Staffel aufgrund seiner Leistung über 200 m, dort lief er 23,83 sec im Vorlauf und 23,82 sec im Semifinale. Etwas besser noch lief es für Thomas über 400 m, dort erreichte er nach 53,59 sec im Vorlauf direkt das Finale, wurde dort allerdings etwas unter Wert in 54,12 sec „nur“ sechster.

Ähnlich erging es seinem Vereinskollegen (und Trainer), mir selbst. Nach 26,71 sec im 200m Vorlauf reichten 26,49 sec im Semifinale nicht für den Endlauf. Den konnte ich nach 57,72 sec im 400m Vorlauf und 57,17 sec im Semifinale erreiche und wurde dort in 56,54 sec Dritter.

Ebenfalls einen guten dritten Platz erreichte über 3000 m der M 35 Alexander Paschke vom TB Tailfingen in 9:23,29 min. Dazu muss man wissen, dass Herr Paschke im letzten Jahr noch mit 10:17,89 min in der WLV - Bestenliste notiert ist.


Soweit die Medaillengewinner. Aber auch die alle anderen haben mit Sicherheit ihr Bestes gegeben und sollen nicht unerwähnt bleiben.

Maria Bontrup vom TV Vaihingen wurde in der W 50 zweimal Vierte im Hochsprung (1,21 m) und im Kugelstoßen (10,75 m).

Traude Knäringer von der TSG Esslingen erging sich Platz 9 im 5 – KM Straßengehen in 40:26 min.

Gotthold Knecht, M 55, von der TG Nürtingen, wurde zweimal Achter im Weitsprung (4,11 m) und im Hochsprung (1,47 m).

Walter Müller, TSV Urach, wurde Vierter im Stabhochsprung der M 65
mit 2,60 m.

Peter Röckle, LG Neckar-Enz, lief über 60 m in der M 65 8,68 sec und über 200 m im Vorlauf 28,96 sec und im Semifinale 29,57 sec (Pech für ihn, seine Altersklasse ist dermaßen gut besetzt, dass es für unseren „Pit“ nicht zu einer Staffelteilnahme gereicht hat).

Harald Staiger von der AST Reichenbach wurde in der M 50 über 3000 m in 10:36,66 min Zwölfter und im 5 – KM Crosslauf in 19:42 min Elfter.

Soweit die Platzierungen aller Teilnehmer des WLV.

Leider habe ich nur relativ wenig von allen Leistungen selbst sehen und entsprechend einordnen können.
Trotzdem habe ich eine sehr gute Stimmung, eine tolle Atmosphäre in der Halle gespürt. Dazu haben auch die Organisatoren mit ihren vielen Helfern beigetragen, die eine solche Mammutveranstaltung reibungslos und ohne größere Probleme „geschaukelt“ haben.
Auch das deutsche Betreuerteam unter der Leitung von Margit Jungmann haben ihren Teil dazu beigetragen, obwohl auch sie es nicht immer einfach hatten.
Vielen Dank.

Helsinki

Neben dieser Meisterschaft konnten wir uns auch mal Helsinki anschauen, eine für unsere Verhältnisse recht junge Stadt, weitflächig angelegt, einige Prachtbauten aus dem 19. Jahrhundert, ein schöner Dom, die alte Markthalle unten am Meer, riesige Fährschiffe und viel zu wenig Zeit, um Land und Leute kennenzulernen.
Naja, Ende Juli/Anfang August 2009 finden die Weltmeisterschaften in
Lahti statt, da gibt es Finnland im Sommer zu erleben und gewiß etwas mehr Zeit, mal auf Tour zu gehen.

Ich darf mich bei allen württembergischen Athletinnen und Athleten für ihren Einsatz bedanken und allen eine verletzungsfreie Vorbereitung auf die hoffentlich erfolgreiche Sommersaison 2006 wünschen.


Bernhard Grißmer
WLV - Seniorenwart

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