Verbandstag des WLV am 25. März 2006 - Interview mit WLV-Präsident Jürgen Scholz

Ludwigsburg-Poppenweiler ist am 25. März 2006 Schauplatz des nächsten ordentlichen Verbandstag des Württ. Leichtathletik-Verbandes. Zu diesem Verbandstag hat das WLV-Präsidium einen Antrag auf Neufassung der Satzung und der Nebenordnung des WLV eingebracht. Das Verbandsorgan "WLV vor Ort" befragte WLV-Präsident Jürgen Scholz zu den Hintergründen für diesen Antrag und den wesentlichsten Änderungen.
 
WLV vor Ort: Das Präsidium des WLV hat für den kommenden Verbandstag am 25.03.2006 einen Antrag auf Neufassung der Satzung und Nebenordnungen des WLV eingebracht. Wo liegen Ihrer Ansicht nach die wesentlichen Änderungen?

Scholz: Die wichtigsten Änderungen der geplanten Neufassung der Satzung und Nebenord-nungen liegen sicherlich in einer Bündelung der administrativen Ebenen des Verbandsaufbaus, beginnend beim geschäftsführenden Präsidium bis zu den Leichtathletikbezirken. Ziel ist es, den Verband an die geänderten äußeren Bedingungen anzupassen wie z. B.
- Straffung der Organisationsstruktur des Verbandes,
- Stärkung der Kreise und damit der Basis
- Angleichung an die Strukturen des Badischen Leichtathletik-Verbandes

Wir müssen unseren Verband für die kommenden Aufgaben vorbereiten, um auch in Zukunft die Leichtathletik in Württemberg optimal weiterentwickeln zu können.


Neben der Abschaffung des geschäftsführenden Präsidiums ist gleichzeitig geplant, das Präsidium um einen Athletenvertreter zu erweitern. Welchen Grund gibt es für diese Änderungen?

Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass das geschäftsführende Präsidium zunehmend seltener Sitzungen abgehalten hat. Im letzten Jahr war es gerade einmal eine Sitzung. Insofern können die Aufgaben des geschäftsführenden Präsidiums unproblematisch vom Präsidium mit übernommen werden.

Der Grund für die geplante Aufnahme eines Athletenvertreters ist, eine bessere und nähere Verbindung zwischen der Basis, den Athleten einerseits und dem Präsidium andererseits herzustellen. Auf diese Weise kann schneller auf die Wünsche und Belange der Athleten eingegangen werden.


Die geplante Abschaffung der Leichtathletikbezirke hat an der Basis kontroverse Diskussionen ausgelöst. Ist die Abschaffung der Bezirke tatsächlich ein Schritt in die richtige Richtung?

Ich denke schon. Allerdings muss ich sagen, dass der Beschluss, in den Antrag auf Neufassung der Satzung und Nebenordnungen die Abschaffung der Bezirke einzuarbeiten, erst im Dezember im Präsidium getroffen wurde. Erst nach der Vorstellung der geplanten Satzungsneufassung am Führungsseminar in Wangen wurde an das Präsidium die Anregung herangetragen, über eine Abschaffung der Bezirke nachzudenken.

Ich muss sagen, eigentlich ist es konsequent, wenn man berücksichtigt, dass ja auch geplant ist den erweiterten Verbandsbeirat abzuschaffen, um in Zukunft nur noch einen Verbandsrat zu haben. Da in diesem Verbandsrat jeder Leichtathletikkreis einen Sitz haben soll, wir die Basis sogar gestärkt. Denn im bisherigen Verbandsbeirat hatten nur die Bezirke einen Sitz, nicht aber die Kreise. Ein weiterer Grund ist, dass es im Badischen Leichtathletikverband auch nur eine Ebene gibt, entweder Kreise oder Bezirke. Insoweit sollen auch Weichen unsererseits in Richtung eines Baden-Württembergischen Leichtathletikverbandes gestellt werden.


Nun gibt es in unserem Verbandsgebiet sicherlich einige Bezirke, die - meist aufgrund von Personalproblemen, aber auch aufgrund mangelnden Nachwuchses - ihre Funktionen nicht mehr vollständig wahrnehmen können. Aber es gibt auch Bezirke, die gut funktionieren. Was soll aus diesen werden?

Das ist sicherlich richtig. Hier muss man aus Sicht des Präsidiums jedoch eine Entscheidung treffen. Entweder Kreise oder Bezirke. Eine Lösung, wie in Baden, wo es teilweise Kreise und teilweise Bezirke gibt, halte ich nicht für sinnvoll, da dann im Verbandsrat die Bezirke gegenüber den Kreisen unterrepräsentiert wären.

Ich möchte hier nochmals ausdrücklich betonen, dass es nicht Ziel der geplanten Änderung ist, die Bezirke, die gut funktionieren zu zerschlagen. Ganz im Gegenteil unterstützt und fördert das Präsidium all die Bezirke, die beispielsweise weiterhin Bezirksmeisterschaften abhalten möchten. Die Möglichkeit darüber hinaus Regionalmeisterschaften abzuhalten soll ebenfalls forciert werden. Dies eröffnet auch neue Chancen. Wichtig dabei ist, dass „regional“ nicht mit „politisch“ gleichgesetzt, sondern konkret den Bedürfnissen der Leichtathletik vor Ort angepasst wird.

Aus Sicht des Präsidiums sollen lediglich die administrativen Ebenen gebündelt werden. Im geplanten Verbandsrat sind die Bezirke dann über die Kreise weiterhin repräsentiert und können ihre Aufgaben auf diese Weise wahrnehmen. Man kann dies vielleicht mit dem Slogan „Bündelung der Kräfte“ zusammenfassen.


Zum Schluss noch eine Frage zur Verlängerung der Amtsperiode des Präsidiums. Geplant sind nun statt zwei vier Jahre. Welchen Grund gibt es, von einer bewährten Regelung zu ändern?

Zum einen ist es uns wichtig, eine einheitliche Amtsperiode mit dem uns übergeordneten DLV zu erreichen. Viele Änderungen, die der DLV durchführt und uns betreffen, können so besser umgesetzt werden. Zum anderen zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass es kaum ein Präsidiumsmitglied des WLV gibt bzw. gegeben hat, das kürzer als vier Jahre im Präsidium war. Im Übrigen würde eine derartige Amtsperiode auch dem olympischen Zyklus entsprechen, was insbesondere den Bereich des Leistungssportes betrifft.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass die bisherige Diskussion hinsichtlich der geplanten Änderungen der Satzung und Nebenordnungen sehr konstruktiv abgelaufen ist und von allen Beteiligten mit hohem Sachverstand geführt wurde.
 
 
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