Die Leichtathletik erlebte grandiose Sternstunden im Stuttgarter Stadion

Kampfbahn, Neckarstadion, Gottlieb-Daimler-Stadion, Mercedes-Benz Arena – vier Namen, die aufs engste mit dem weltweiten Ruf Stuttgarts als großer Sportstadt verknüpft sind. Vier Namen aber, die für ein und dasselbe Stadion stehen, das in seiner nunmehr 75-jährigen Erfolgsgeschichte oft den Schriftzug, nie aber sein Renommee als Schauplatz grandioser Leichtathletik-Events gewechselt hat.

1933 eingeweiht, erfolgte im Jahr 1949 die erste Umbenennung der Arena in „Neckarstadion“. Ein Jahr später war erstmals die nationale Leichtathletik-Elite zu Gast, um ihre Meister zu ermitteln. Der Auftakt zu einer beeindruckenden Serie, wurden doch auch in den Jahren 1959, 1967, 1971, 1979, 1985 und 2001 die Deutschen Meister in der badenwürttembergischen Landeshauptstadt gekürt.

Mit dem Europacup-Finale 1965 trat Stuttgart dann erstmals international ins Leichtathletik- Rampenlicht. Vier Jahre später konnte das Neckarstadion zum nächsten weltweiten Highlight, dem Erdteilkampf Europa gegen Amerika, gar mit einer Aufsehen erregenden Neuerung aufwarten: Als erstes Stadion in Deutschland – und als zweites in Europa – bot es den Athleten mit einer Kunststoff-Laufbahn optimale Bedingungen. Länderkämpfe, nationale und internationale Meetings von höchstem sportlichem Wert rückten zudem im Verlaufe der Jahre das Schmuckstück im Herzen des heutigen NeckarPark in den Blickpunkt der Leichtathletik- Welt.

Gekrönt wird die imposante Liste an hochkarätigen Veranstaltungen jedoch durch zwei Top-Events, die die Landeshauptstadt endgültig zur Leichtathletik-Metropole machten. Unvergessen bleibt bis heute, wie das viel gerühmte Stuttgarter Publikum bei den Europameisterschaften 1986 den Höhen-, Weiten- und Zeitenjägern eine unvergleichliche Atmosphäre schuf. Die wenige Wochen zuvor bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko entstandene La-Ola-Welle feierte dabei Europa-Premiere und trat von hier aus ihren mittlerweile bis in kleinste Sporthallen führenden Siegeszug an.

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Das Daimler-Stadion während der Leichtathletik-WM 1993

Den Höhepunkt in der langen Leichtathletik-Tradition Stuttgarts markierte schließlich das Jahr 1993. Die 4. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften in der zu diesem Anlass umgebauten und in Gottlieb-Daimler-Stadion umbenannten Arena bescherten Stuttgart eine wahre Sternstunde. 585.000 Zuschauer hatten es sich nicht nehmen lassen, bei diesem Highlight in der Stuttgarter Sport-Historie live dabei zu sein – eine grandiose Kulisse, die alles bisher da gewesene in den Schatten stellte. „Stuttgart hat der Leichtathletik neue Perspektiven eröffnet“, befand der damalige IAAFPräsident Primo Nebiolo ob der Titelkämpfe, die in jeder Beziehung Maßstäbe setzten.

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Das Stuttgarter Leichtathletik-Publikum zählt zu Recht zu den Besten der Welt

Auch im Hinblick auf die Bedingungen für die Athleten, die dies mit einer wahren Flut an Höchstleistungen dankten. Gleich vier Weltrekorde durfte das Publikum an den WM-Tagen 1993 bejubeln. Colin Jackson über 110 Meter Hürden, die US-Staffel über 4 x 400 Meter, Sally Gunnell über 400 Meter Hürden und Anna Birjukowa im Dreisprung sorgten mit ihren neuen Bestmarken für ausgelassene Begeisterungsstürme auf den Rängen.

Die wohl bewegendsten Momente steuerten indes zwei andere Protagonistinnen bei: Merlene Ottey und Gail Devers – die zwei Sprintköniginnen aus Jamaika und den USA. Wohl für alle Zeiten unvergessen bleibt das Herzschlagfinale über 100 m, in dem Ottey und Devers zeitgleich nach 10,82 Sekunden die Ziellinie überquerten und erst Minuten später nach Auswertung des Zielfotos die hauchdünne Entscheidung zu Gunsten der Amerikanerin fest stand.

Dass Stuttgart zu Recht als Sportstadt von Weltformat gilt, ist daher nicht zuletzt der olympischen Kernsportart und dem weltweit bekannten und gerühmten Stuttgarter Sportpublikum anzurechnen. Zum einen verlieh das IOC der Stadt nach den Leichtathletik-Europameisterschaften 1986 den Olympic Cup. Zum anderen wurde das vorbildliche Verhalten der Fans bei der Leichathletik-WM 1993 mit der UNESCO Fair-Play-Trophy gewürdigt. Und mit der dritten und letzten Auflage des IAAF / VTB Bank Weltfinales der Leichtathletik ist ein weiterer Höhepunkt in Stuttgart bereits fest reserviert.

Quelle: in.Stuttgart Presse / Medien /PR
Veranstaltungsgesellschaft mbH & Co. KG

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