Weltjahresbestleistung für Zehnkämpfer Arthur Abele

Der König von Ratingen heißt Arthur Abele. Der Zehnkämpfer vom SSV Ulm 1846 krönte das 20. Mehrkampf-Meeting mit der neuen Weltjahresbestleistung von 8.605 Punkten. Für DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska war die Vorstellung des 29-Jährigen ein sportliches „Wunder“. Arthur Abele führt nach seiner Gala-Leistung die drei deutschen Olympia-Zehnkämpfer an. Auch drei Siebenkämpferinnen werden dem DOSB zur Nominierung vorgeschlagen.

Als Arthur Abele beim Zehnkampfmeeting in Ratingen die letzten Meter seines 1500-m-Rennens zur Olympia-Quali und zur Weltjahresbestleistung zurücklegte, konnte nicht nur der knapp 30-Jährige die Tränen nicht mehr zurückhalten. Auch SSV Ulm 1846-Abteilungsleiter Wolfgang Beck war im heimischen Wohnzimmer vor dem PC den Tränen nahe. Auf die Reise nach Ratingen hatte er verzichtet, um bei der SSV-Großveranstaltung im Donaustadion zu helfen. Jetzt konnte er zuhause die Erfüllung seines Traumes am Liveticker mit verfolgen, den er vor vier Jahren sehr mutig mit "Der Weg nach Rio" formuliert hatte.

Nach vielen Höhen und Tiefen mit großen Erfolgen, wie der Vize-Halleneuropameisterschaft 2015 und der folgenden Achillessehnenverletzung, der überraschend schnellen Genesung und dann dem bitteren Aus in Götzis, hat es Abele tatsächlich geschafft, nach Peking 2008 jetzt seine zweite Olympia-Fahrt wahr zu machen. Weder Abele noch sein Coach Christopher Hallmann haben sich beirren lassen und haben immer an die Top-Form des Kraftpakets geglaubt.

8.605 Punkte bei den äußerst durchwachsenen Witterungsbedingungen mit starken Regenfällen, kühlen Temperaturen und Gegenwind in den Sprints, die zahlreiche Starter, darunter Abeles Konkurrenten, Rico Freimuth (Halle) und Jan-Felix Knobel (Frankfurt), zum Aufgeben zwangen, sind einfach phantastisch. Wie gereift und auf den Punkt konzentriert Abele, der schon als "Jungspund" vor neun Jahren über 8.200 Punkten lag, in Ratingen war, zeigen seine Ergebnisse in den "Krisendisziplinen": Im Weitsprung 7,48 m im ersten Versuch, danach Disziplin beendet. Im Kugelstoßen, das in Götzis zum Aus führte, ein Sicherheitsversuch, dann Bestleistung von 15,79 m. Nach für ihn mäßigen 14,07 über die 110 m Hürden fährt Abele mit 46,20 m im ersten Diskusversuch die Krallen gegenüber dem einzig verbliebenen und bereits qualifizierten Konkurrenten Kai Kazmirek aus und übernimmt erstmals die Führung. Nach 4,90 m mit dem Stab wirft er den Speer im zweiten Versuch auf unfassbare 71,89 m.

Danach ist nur noch Freude. Und Abele wäre nicht Abele, wenn er sich im 1500-m-Lauf locker zum Sieg hätte treiben lassen. Er brennt, er will mehr. Und er macht mehr: 4:24,12 Minuten sichern ihm die Weltjahresbestleistung von 8.605 Punkte und eine Steigerung seiner Bestleistung um 128 Punkte. Rio kann kommen. Und außer Weltrekordler Ashton Eaton kann Abele in dieser Form auch dort niemand einen Schrecken einjagen.

(ch)

Sophie Hamann zum Thorpe-Cup

Nach zwei tollen Wettkampftagen in Ratingen, beendet Sophie Hamann den abschließenden 800-m-Lauf mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 2:14,76 Minuten und ist hinter Jessica Ennis-Hill (2:11,46 min./GBR), Verena Preiner (2:11,65 min./AUT) und Ida Marcussen (2:12,85 min./NOR) als viertbeste Siebenkämpferin die beste deutsche Vertreterin auf den zwei Stadionrunden. Mit einer neuen Bestleistung von 5475 Punkten belegt die Athletin vom TuS Metzingen bei ihrem ersten Siebenkampf bei den Aktiven und vor großer Kulisse einen hervorragenden elften Platz. Von diesen tollen Leistungen war auch Bundestrainer Wolfgang Kühne so beeindruckt, dass er Sophie Hamann noch vor Ort zum Thorpe-Cup am 29./30. Juli nach Fayetteville (USA) einlud. Der Thorpe Cup ist ein jährlich stattfindender Ländervergleich zwischen den Mehrkämpferinnen und Mehrkämpfern Deutschlands und der USA.

Auch Felix Hepperle in die USA

Nach einem starken Zehnkampf unter widrigen Bedingungen, steht auch Felix Hepperle (LG Neckar-Enz) vor der Nominierung zum Thorpe-Cup. Der Weg dahin war bei der Olympiaqualifikation in Ratingen ein harter, denn am ersten Tag regnete es ständig und frische Temperaturen machten es allen schwer. Am Ende wurde Felix Hepperle im internationalen Starterfeld Sechster mit 7393 Punkten.

>> Zum Bericht von Martin Neumann auf www.leichtathletik.de

>> Zum Interview mit Arthur Abele auf Leichtathletik.de

>> Zu den kompletten Ergebnissen des Mehrkampfmeetings in Ratingen

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