Pliezhausen zeigt Leichtathletik der

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Abdi Uya Hundesa (LG Lahn-Aar-Esterau) siegt über 1.000 Meter in 2:20,84 Minuten vor Sebastian Keiner und Timo Benitz




Drei Meetingrekorde, eine Deutsche Bestleistung und nur zufriedene Athleten: Das Meeting der krummen Strecken hat wieder einmal gehalten, was es versprochen hatte. Zur 25. internationalen Auflage kamen 490 Athleten aus 19 Nationen ins Schönbuchstadion. „Die Topathleten Europas treffen sich eben Jahr für Jahr hier in Pliezhausen“, fasste es Gesa Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt) nach ihrem Rekordlauf treffend zusammen.

Gesa-Felicitas Krause so schnell wie nie – neuer Deutscher Rekord und Meetingrekord

Die Olympia-Achte von London 2012 und U23-Europameisterin machte von Beginn an Tempo und keine andere Läuferin konnte ihr folgen. „Ich habe im Vorfeld mit dem Rekord geliebäugelt, sagte Gesa Felicitas Krause. Antje Möldner-Schmidt (LC Cottbus) hatte im Jahr 2009 die Saison ebenfalls in Pliezhausen mit einer Zeit von 6:15,90 Minuten eingeläutet. Die acht Jahre jüngere Gesa Felicitas Krause landete bisher bei Großveranstaltungen stets hinter Möldner-Schmidt.
„Antje ist eine sehr gute, erfahrene Athletin, der ich jahrelang hinterher gerannt bin. Nun habe ich es endlich geschafft, ihr den Rekord abzujagen. Es freut mich auch sehr, so gut in die Saison eingestiegen zu sein“, freut sich die Siegerin. Weitere derartige Leistungen sollen sie in dieser Saison über die Team-EM und die Deutschen Meisterschaften zum Höhepunkt, den Weltmeisterschaften in Peking führen.

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Gesa-Felicitas Krause läuft Meetingrekord über 2.000 m Hindernis

Deutsche U20 Staffel mit Meetingrekord und nur knapp hinter dem U20-Weltrekord der US-Staffel

Ein weiterer Meetingrekord war bereits am frühen Nachmittag gefallen. Der 4x100 Meter Nationalstaffel der U20-Juniorinnen gelang es auf Anhieb, den eigenen Rekord aus dem Vorjahr um fast eine Sekunde zu verbessern. Lisa-Marie Kwayie (NSF Berlin), Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen), Gina Lückenkemper (LAZ Soest) und Chantal Butzek (LC Paderborn) liefen nach 43,82 Sekunden ins Ziel. Damit blieb das Quartett nur knapp hinter dem U20-Weltrekord der US-Staffel von 43,41 Sekunden.

Halleneuropameisterin Selina Büchel glänzt über 600 Meter

Für den dritten Meetingrekord sorgte eine Schweizerin: Selina Büchel. Sie setzte sich im Schlussspurt knapp gegen die Deutsche 800-Meter-Meisterin Christina Hering (LG Stadtwerke München) durch. Mit 1:25,45 Minuten unterbot sie den Meetingrekord aus dem Vorjahr um gut eine halbe Sekunde. „Nun will ich zur WM nach Peking und versuchen, die 800 Meter erstmals unter zwei Minuten zu laufen“, sagte Selina Büchel. Auch Christina Hering war mit ihrer Leistung zufrieden: „Die U23-EM in Tallinn kann kommen“.

Prominenter Gast über 3.000 Meter einsam vorneweg

Die Doppel-Weltmeisterin und Olympia-Dritte von London Maryam Yusuf Jamal (Bahrain) lief über 3.000 Meter das zu erwartende einsame Rennen. Sie war direkt aus dem Trainingslager im US-amerikanischen Flagstaff angereist und siegte in 9:11,07 Minuten souverän, angefeuert von den begeisterten Zuschauern und ihrem Verlobten, Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt), hinter der Bande. Dahinter lief eines der größten deutschen Nachwuchstalente in 9:25,99 Minuten ins Ziel: die 19-jährige Konstanze Klosterhalfen vom TSV Bayer-Leverkusen.

Das Duell Christiane Klopsch gegen die Tübingerin Jackie Baumann

Der Wind in der Kurve verwehrte den Hürdenläuferinnen über 300 Meter im ersten Lauf eine schnelle Zeit. Dafür duellierte sich die Halbfinalistin der U20-WM 2014, Jackie Baumann (LAV Stadtwerke Tübingen), mit der Deutschen Meisterin Christiane Klopsch (LG ovag Friedberg-Fauerbach). Der Lokalmatadorin gelang der Überraschungssieg in 40,8 Sekunden vor Luisa Valeske (SV schlau.com Saar 05 Saarbrücken) und Christiane Klopsch. Kurios: Die ersten drei Frauen liefen alle dieselbe (handgestoppte) Zeit. „Christiane Klopsch ist eine Hausnummer über die Langhürden in Deutschland. Auch wenn der Lauf aufgrund des Windes nicht so schnell war, habe ich ein gutes Rennen gezeigt“, freute sich die Tochter von Dieter Baumann. Über die 400 Meter Hürden ist die U23-Europameisterschaft im estnischen Tallinn ihr Saisonhöhepunkt 2015.

Christiane Klopsch aber setzte im zweiten Lauf nochmals einen drauf und setzte die Tagesbestmarke auf 39,8 Sekunden. Dabei besiegte die EM-Neunte von Zürich 2014 die EM-Achte Joanna Linkiewics aus Polen. Diese Tatsache war Christiane Klopsch besonders wichtig: „Ich habe ihr eine kleine Schnippe schlagen können, weil sie mich bei der EM ums Finale gebracht hatte. Mit der Zeit bin ich auch sehr zufrieden. Dass die 39 vor dem Komma steht, macht mich sehr glücklich.“

Felix Franz aus der Region schnellster DLV-Athlet über die Hürden

Bei den Männern setzte sich Felix Franz (LG Neckar-Enz) im ersten Zeitlauf in 36,4 Sekunden knapp gegen Georg Fleischhauer (LG Eintracht Frankfurt, 36,5 Sekunden) durch. Im zweiten Lauf traf Felix Franz auf den Polen Rafal Omelko, der im ersten Lauf nicht angetreten war. Er gewann mit 35,9 Sekunden vor Franz (36,7 Sekunden). „Im vergangenen Jahr bin ich ganz ähnlich in die Saison gestartet und es war eine tolle Saison. Ich freue mich, immer wieder hier laufen zu können. Es sind zwei Trainingsläufe auf Wettkampfniveau, in denen ich das richtige 'Feeling" für die 400 Meter Hürden bekomme“, lobte der Student der Verfahrenstechnik an der Uni Stuttgart das Meeting in Pliezhausen.

1500 Meter Ass Timo Benitz dieses Jahr nur auf Platz drei

Ein Meetingrekordler und das „Gesicht des Meetings 2015“, Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald), ging in diesem Jahr beinahe leer aus. Am Ende reichte es über 1.000 Meter dank seines bekannt hervorragenden Schlussspurts noch zu Rang drei. Den Sieg aber sicherte sich der erst 20-jährige Abdi Uya Hundesa (LG Lahn-Aar-Esterau) in 2:20,84 Minuten vor Sebastian Keiner (Erfurter LAC, 2:21,52 Minuten).
Timo Benitz’ Zeit: 2:21,87 Minuten. Die „Niederlage“ nahm er sportlich und mit Humor: "Lange Zeit lag ich sehr weit hinten und musste enorm viel Kraft aufwenden. Wenn man läuft will man natürlich auch gewinnen. Aber der dritte Platz ist gut. Gegen Sebastian Keiner kann man mal verlieren.“

Nach der Premiere im vergangenen Jahr waren auch in diesem Jahr wieder Läuferinnen mit Handicap am Start im Schönbuchstadion. Dabei kam es über 100 und 200 Meter zum Duell der Paralympics-Medaillengewinnerinnen. Katrina Hart aus England (Bronze Paralympics über 4x100 Meter) war in 14,41 Sekunden die schnellste der spastisch beeinträchtigten Sportlerinnen (der Schadenklassen T35-38) und bereitete sich damit selbst ein Geburtstagsgeschenk. Auf Platz zwei folgte die Bronzemedaillengewinnerin der Paralympics in London Maria Seifert in 14,45 Sekunden vor Claudia Nicoleitzik in 14,99 Sekunden.

Boris Rein und Julia Rieger zeigen vielversprechenden Saisonauftakt im eigenen Stadion

Der Veranstalter des Meetings, der LV Pliezhausen, hatte auch eigene Athleten im Starterfeld. So testete das Aushängeschild Boris Rein sich über 1000 Meter. Er hatte sich viel vorgenommen. Schließlich will der Mittelstreckler dieses Jahr wieder zu den Deutschen Meisterschaften über 1500 Meter. Mit Trainingsrückstand infolge von Muskelproblemen an der Wade zeigte der Bauingenieurstudent einen ansprechenden Saisonauftakt. Über 1000 Meter lief er 2:26,44 Minuten. Im eigenen Stadion bei einer klasse Atmosphäre gegen Europameisterin Selina Büchel und Deutsche Meisterin Christina Hering antreten zu dürfen, hat die Pliezhäuserin Julia Rieger mächtig angespornt. Mit viel Anfeuerung von der Bande rannte die junge Läuferin zu einer Zeit von 1:32,81 Minuten über 600 Meter und pushte ihre Bestleistung um eine gute Sekunde.

>> zu den Ergebnissen des Läufermeetings in Pliezhausen

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