24. Sparkassen Alb Marathon Schwäbisch Gmünd – Junge Asse stachen

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Gemeinsamer Start des 50 km Sparkassenlaufs und des Gmünder Tagespost Rechberglaufs über 25 km (Foto: Foto-Team Müller)



Am Samstag, 25.10. fand der größte Ultramarathon Süddeutschlands statt, der 24. Sparkassen Alb Marathon Schwäbisch Gmünd über 50 km. Er wurde von der DJK Schwäbisch Gmünd organisiert und von der Gmünder Tagespost präsentiert.

In diesem Jahr gab es erstmals einen Sieger aus der Juniorenklasse. Den Sparkassen 50 km-Lauf gewann der erst 20-jährige Allgäuer Mirco Berner, der vor knapp 2 Jahren überhaupt erst mit dem Laufen angefangen hatte. Dies ist bemerkenswert, weil Langstreckenläufe –und besonders der Ultramarathon- normalerweise eine Domäne älterer Läufer sind, weil hier Erfahrung und Ausdauer wichtiger sind als die bei jüngeren Läufern meist höhere Grundschnelligkeit.

Der Wettbewerb bei den Herren war von einem Dreikampf zwischen Mirco Berner (TV Jahn Kempten) und Michael Wetzel sowie Richard Schumacher (beide AST Süßen) geprägt. Bereits am Anfang des Rennens setzte sich dieses Trio vom Rest des Feldes ab, wonach Schumacher etwas zurückfiel. Vor dem Gipfel des Hohenrechbergs hatte Wetzel mutig die Führung übernommen, allerdings mit nur 6 Sekunden Vorsprung vor Berner. Auf den folgenden 10km über Stuifen und Schwarzhorn spielte Berner sein ganzes Können als Bergläufer aus und lief knapp 3 Minuten Vorsprung auf Wetzel heraus. Auf den darauffolgenden Bergabpassagen kam wiederum Schumacher ins Spiel und überholte erst seinen Vereinskollegen Wetzel und sodann verkürzte er auch noch seinen Abstand auf Berner von 5 auf knapp 3 Minuten ohne jedoch eine echte Chance zu haben, ihn einzuholen.

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Der Sieger des 50 km Sparkassenlaufs Mirco Berner bei Kilometer 27,5 mit deutlichem Vorsprung vor Michael Wetzel (Foto: Foto-Team Müller)

Berner konnte auf der Schlusspasssage auf der Klepperlestrasse dann nicht mehr zulegen, erarbeitete sich aber in 3:23;32 Std. eine gute Zeit. Schumacher verbesserte sich als Zweiter gegenüber dem Vorjahr und lief in 3:25,38 Std. seine drittbeste Zeit beim Alb Marathon. Auch Wetzel musste sein couragiertes Antreten vor dem Rechberg auf dem Rückweg etwas büßen, verlor weitere 9 Minuten auf Berner, kam aber als Dritter ins Ziel (3:25,32 Std.).

WLV KOngress Bewegung und Gesundheit

Bei den Damen war das Rennen als Ganzes weniger spannend und war als Rennverlauf für die Zuschauer auch schwerer zu erfassen. Hier lief Karin Kern aus Wäschenbeuren (LAV Stadtwerke Tübingen), die Vorjahreszweite und Siegerin des Rechberglaufs 2012 trotz eines gerade überstandenen Infekts einen stets ungefährdeten Start-Ziel- Sieg heraus und kam mit passablen 4:06,00h ins Ziel. Ihre hartnäckigste Verfolgerin, Biggi Fauser vom LG Bad Waldseer Lauffieber) blieb zwar bis zum Rechberg mit 1:45min Abstand noch einigermaßen in Sichtweite, musste letztlich aber abreißen lassen und lief ihrerseits ungefährdet den 2. Platz „nach Hause“ (4:13,11h).

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Karin Kern, LAV Stadtwerke Tübingen, Siegerin des 50 km Sparkassenlaufs, kurz vor dem Ziel (Foto: Foto-Team Müller)

Lange auf den Plätzen 3 und 4 laufend mussten Silvia Krull (Gümi Ausdauersport; im Ziel mit 4:26,00h) und Sylvia Ellwanger (VFL Winterbach; im Ziel mit 4:28,45h) zwischen Hohenstaufen und Stuifen beide Anja Neubauer an sich vorbeiziehen lassen, die somit in 4:22,42h verdient auf den dritten Platz kam.

50km Mannschaften

Der Sieg in der Mannschaftswertung stand dieses Jahr auf Messers Schneide. Letztlich ging der Sieg in der Mannschaftswertung dieses Jahr an den AST Süßen in der Besetzung Schumacher- Wetzel- Pfefferkorn mit einer Zeit von 11:37,45 Std. Ganz knapp dahinter kam die Mannschaft des TV Jahn Kempten in der Besetzung Berner – Munz – Weise mit einer Zeit von 11:38,07 Std.

Die Damenwertung gewann das Bad Waldseer Lauffieber (Fauser- Abendschein- Häusler) in 13:55,26 Std. vor der slowenischen Mannschaft des DMP Celje (Robnik- Fanzoe-Dunjko - Zaberl in 15:46,30 Std.). Dem Veranstalter von der DJK Schwäbisch Gmünd blieb hier Rang 3 in der Besetzung Lehmacher – Geiger – Römer (17:15,36 Std.).

Europacup der Ultramarathons

Der Europacup der Ultramarathons besteht aus den 7 Läufen 46,8km Rouffach (Frankreich), 50 km Mníšek pod Brdy (Tschechien), 100 km Biel (Schweiz), 72 km Rennsteiglauf, 75 km Celje (Slowenien),57 km Wörthersee Trail (Österreich) und 50 km Alb Marathon.

Seine Grundidee ist seit 1990 das bessere Kennenlernen und die bessere Vernetzung der Läufer in einem inzwischen vereinten Europa. Dies kommt auch in den Ergebnislisten zum Ausdruck, in denen sich Teilnehmer aller „Europacupnationen“ finden, auch wenn es besonders viele Deutsche dabei gibt.
Bei den Herren ging der Sieg nach Österreich, denn Christian Buchebner gelang es, durch einen hervorragenden Lauf (Platz 6 und schnellster Europacupläufer) in der Gesamtwertung, ein weiteres Mal einen Lauf als schnellster Läufer abzuschließen und mit der bestmöglichen Wertung von 0 sec Rückstand auf den führenden Läufer den Europacup zu gewinnen.

Bei den Damen war die Siegentscheidung bereits vor dem Alb Marathon gefallen, denn Karin Kern hatte bereits 3 Wettbewerbe als beste Europacupläuferin abgeschlossen bzw. gewonnen, und etwas Ähnliches war keiner Konkurrentin gelungen. Beim Alb Marathon gelang ihr nun ihr vierter Sieg.

Weitere Teilstrecken waren der Gmünder Tagespost- Rechberglauf über 25 km, der Umicore 10 km- Lauf, der 1,7 km Jugendlauf sowie die Sparkassen Bambini- und Schülerläufe. Außerdem war es möglich, die 50 km- Strecke als Stafette zurück zu legen (Schüler-Stafettenlauf).

Gmünder Tagespost Rechberglauf

Der 25km Gmünder Tagespost Rechberglauf ist mit 780 Höhenmetern ein klassischer Berglauf, wenngleich mit längeren, ebenen Passagen. Hier legte der 2. der diesjährigen Berglauf Europameisterschaft, der Schotte Robbie Simpson (Qlocktwo runnning Team), einen furiosen Start- Ziel Sieg hin und nahm seinem schärfsten Verfolger beinahe 10 Minuten ab. Simpson kam bereits nach 1:32,54h, womit er den 10 Jahre alten Streckenrekord von Markus Brucks, an dem sich schon viele Läufer die Zähne ausbissen mal eben um gut 3 Minuten verbesserte.

Ähnlich wie Simpson bei den Herren, gelang auch Miriam Köhler vom Sparda- Team Rechberghausen bei den Damen in 2:02,02h ein überzeugender Start- Ziel Sieg, wenngleich weniger überlegen und ohne Streckenrekord. Köhler stellte bereits früh einen deutlichen 3- Minuten- Abstand zu ihren schärfsten Konkurrentinnen, Elke Keller (LG FIlstal; 2:05,15h) und Nicole Wittner (LG Lauter; 2:08,45h) her, den sie dann bis ins Ziel hielt.

Umicore 10 km- Lauf

Der Umicore 10 km Lauf führt von der Innenstadt über die Bocksgasse in den Schwerzer und den Katharinenwald um dann über das Hölltal wieder in die Innenstadt zurück zu kehren. Die Strecke ist nicht unbedingt bergig, aber zumindest hügelig und landschaftlich schön. Vielleicht die schönste Möglichkeit, beim Alb Marathon den Herbstwald zu erkunden.

Auch hier gab einen Start- Ziel Sieg (wie beim Rechberglauf), und auch hier war es der bemerkenswerte Auftritt eines Junioren (wie beim 50 km- Lauf). Es siegte der 17-jährige Christoph Wallner von der LSG Aalen in der guten Zeit von 35,42 min vor dem mehrfachen Sieger des Umicore Laufs, Johannes Großkopf vom Sparda- Team Rechberghausen.

Bei den Damen blieb der Sieg dagegen nicht auf der Ostalb sondern wanderte nach Tschechien. Es gewann Ida Kubrova vom Pilsenman Club in 43,15 min. Den zweiten Platz belegte wie im Vorjahr und in praktisch identischer Zeit wieder Renate Bay (BüroBay) in 44,07 min. Der 18-jährigen Vertreterin der Juniorinnenklasse, Leonie Bihlmeier aus Mutlangen, blieb in diesem Laufwettbewerb dann der dritte Platz in 44.21 min.

Jugendlauf mit Gmünder Jugendmeisterschaft

Der Jugendlauf über 1,7km mit Gmünder Jugendmeisterschaft war dieses Jahr wieder ein spannender Lauf, der in toller Stimmung vor einer guten Zuschauerkulisse stattfand. Weiter rückläufig war allerdings die Zahl der jugendlichen Läufer. Die Strecke war eine verlängerte Marktplatzrunde über rund 560m, die dreimal durchlaufen wurde.

Gesamtschnellster und damit Gmünder Jugendmeister wurde Jannik Belstler in 6,25 min, der im Vorjahr mit 6,12min im Fotofinish Zweiter geworden war. Schon zum zweiten Mal in Folge wurde eine Aalenerin Gmünder Jugendmeisterin, nämlich Maike Stillhammer vom SV Ebnat, die in 6:58 ihre Vorjahreszeit von 7,10min nochmals verbesserte. Die Siegerehrung führte Bernhard Dangelmaier, der Gesamtvorsitzende der organisierenden DJK Gmünd durch.

Sparkassen- Bambini- und Schülerläufe

Dieses Jahr nahmen etwa 80 Kinder im Vor- und Grundschulalter an den Sparkassen Schüler- und Bambiniläufen teil. Die Zahl der Zuschauer war deutlich höher und die Läufe waren deshalb und durch den Elan der jungen Läufer (auch wenn einige ganz junge lieber getragen werden wollten) ein tolles Erlebnis: Besonders bei den Jüngsten waren die Klassen mit 20- 25 Bambini ja auch gut besetzt.
Es ging nicht in erster Linie darum, den Schnellsten der jeweiligen Altersklasse herauszufinden, sondern darum, bei Kindern und Eltern den Spaß an der Bewegung und die Freude am Laufen zu wecken. Die Kinder liefen so in getrennten Läufen je nach Jahrgang eine (3- bis 4- Jährige) oder zwei kleine Marktplatzrunden (5- 9-jährige) von 350m. Alle Ankommenden erhielten von der DJK eine kleine Medaille und das Café Bühr‘s spendierte den Kindern im Ziel frische Backwaren.

Insgesamt fand der 24. Alb Marathon bei maximal 15°C und bedecktem Himmel, manchmal sogar mit kurzen Sonneneinschüben bei fast optimalem Laufwetter statt. Allerdings war der Boden durch den vorangegangenen Regen und Laubfall vor allem auf den Trail- und Bergabpassagen schwer zu laufen. Die optimalen Laufbedingungen waren auch daran ablesbar, dass das DRK kaum Kreislaufprobleme bei Teilnehmern vermeldete und sich im Wesentlichen auf das Verabreichen einiger Pflaster beschränken konnte. Insgesamt lagen die Meldezahlen bei 1.432 Teilnehmern. 1.307 Läufer erreichten das Ziel. Damit lag man im Vergleich des letzten Jahrzehnts auf einem durchschnittlichen bis gutem Niveau, wobei es gegenüber dem Vorjahr einen kleinen Rückgang gab. Dieser fand allerdings in erster Linie auf den kürzeren Strecken (Bambini-, Schüler-, Stafetten- und Rechberglauf) statt. Beim Hauptlauf gab es dagegen einen deutlichen Anstieg der Teilnehmerzahl, sodass man auf Seiten des Veranstalters insgesamt zufrieden war.

Bericht: Matthias Wenzel

>> weitere Informationen und Ergebnisse unter www.albmarathon.de
 
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