Favoritensiege in Nagold

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Favoritensieg für Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) in der Gartenschau-Stadt Nagold (Foto: Steffen Wittenauer)


Bei den deutschen Meisterschaften im 10 Kilometer Straßenlauf in Nagold haben sich gestern erwartungsgemäß die Favoriten durchgesetzt. Sabrina Mockenhaupt von der LG Sieg konnte sich bald von ihren Verfolgerinnen lösen und siegte mit 32:56 Minuten deutlich vor der U23 Siegerin Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg – 33:38 Minuten) und Lisa Hahner (Run2sky – 34:13 Minuten).

Wesentlich spannender verlief das Männerrennen. Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) und Musa Roba-Kinkal (SC Gelnhausen) blieben bis zur Schlussrunde als Duo beisammen. Erst nach einem spannenden Spurt setzte sich der Bayer mit schwäbischen Wurzeln mit 29:32 Minuten und 7 Sekunden Vor-sprung gegen den Hessen mit äthiopischen Wurzeln durch. Dritter wurde Marathonspezialist Sören Kah (LG Lahn-Aar-Esterau) in 29:54 Minuten.

WLV Team-Lauf-Cup 2017

Das Thermometer zeigte 7°, in der Luft lag ein herbstlicher Duft, als um 9:30 Uhr die Senioren der Alterklassen M50 bis M80 starteten. Noch immer war es mit 9° recht frisch im Schatten, als alle Frauen, Juniorinnen (U 23) und Seniorinnen der Klassen W35 bis W75 ihr Rennen um 10:45 Uhr begannen. Doch in der Sonne kamen die Damen recht schnell ins Schwitzen und die Wasserstelle blieb im Gegensatz zum 1. Lauf nicht ungenutzt.

Schnell nach dem Start bildete sich ein Spitzenquartett mit der Titelverteidigerin Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), Corinna Harrer, Maren Kock (beide LG Telis Finanz Regensburg) und Lisa Hahner (Run2sky). Im großen Verfolgerfeld formierten sich alle Anwärterrinnen auf einen Top 10 Platz. Die kleine Siegerländerin drückte im weiteren Verlauf mächtig aus Tempo, hatte sie doch großen Respekt besonders vor der Spurtfähigkeit der 1.500 Meter Spezialistin Harrer, die in London den olympischen Endlauf nur um 23 hundertstel Sekunden verpasst hatte.

Mockenhaupt gewann schließlich in 32:56 Minuten deutlich vor Harrer (33:38 Minuten – 1. U23) und Hahner (34:13 Minuten). Während Maren Kock große Probleme bekam und auf Rang 10 (35:37 Minuten) zurückfiel, konnten sich die stark verbesserte Anja Schneider (PSV Grün-Weiß Kassel – 34:53 Minuten), die an alte Stärke anknüpfende Ingalena Heuck (LG Stadtwerke München – 35:03 Minuten), Jana Janine Soethout (LG Telis Finanz Regensburg – 35:08 Minuten), ihre erfahrene Teamkameradin Steffi Volke (1. W35 – 35:13 Minuten), Silke Optekamp (PSV Grün-Weiß Kassel – 35:15 Minuten) und Ursula Gatzweiler (ASV Köln – 35:23 Minuten) noch an ihr vorbeischieben.

Sabine Österle (LAV Stadtwerke Tübingen – 35:47 Minuten) war überraschend deutlich schnellste Württembergerin vor Friedericke Kallenberg (LV Pliezhausen 2012 – 36:36 Minuten) und der einst für den VfL Nagold aktiven hoffnungsvollen Domenika Weiß (LG Badenova Nordschwarzwald – 36:54 Minuten – 6. U23).

Aus der Fülle der sehr guten Leistungen der älteren Läuferinnen ragen aus württembergischer Sicht die Meistertitel von Britta Müller (LG Badenova Nord-schwarzwald) in der W50 mit hervorragenden 39:28 Minuten und der 13 Jahre älteren Gudrun Vogl (Spvgg Renningen) in der W60 mit nicht minder guten 44:37 Minuten heraus. Älteste Teilnehmerin war wieder einmal die 77jährige Elfriede Hodapp von der LG Ortenau Nord, die mit 52:40 Minuten nur gute 3 Minuten über ihren deutschen Rekord in der W75 blieb.

Der abschließenden Lauf der Männer, Junioren (U 23) und Senioren M 40 und M 45 begann um 12:00 Uhr. Mit 185 Aktiven im Ziel gab es auch hier gegenüber 2011 einen bedenklichen Rückgang um 79 Läufern.

Die Sonne brannte jetzt schon kräftig, bei Temperaturen nahe 20° herrschten aber auch im letzten Lauf noch gute Bedingungen. Schon bald setzte sich eine elfköpfige Gruppe mit den Favoriten Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg), Musa Roba-Kinkal (SC Gelnhausen), Altmeister Sebastian Hallmann, (LG Stadtwewrke München) und Sören Kah (LG Lahn-Aar-Esterau) an der Spitze von den Verfolgern ab. Läufer um Läufer musste abreißen lassen, so dass nur noch Pflieger und Roba-Kinkal Kilometer um Kilometer als Führungsduo abspulten. Am Ende hatte der Regensburger im langen Endspurt die Nase vorn und siegte mit 7 Sekunden Vorsprung in 29:32 Minuten. Marathonspezialist Kah freute sich über Platz drei in 29:54 Minuten.

Die nächsten Plätze belegten der Allgemeinheit weniger bekannte, teils noch sehr junge und hoffnungsvolle Athleten. Jakob Stiller (LAZ Leipzig) verpasste mit 29:59 Minuten knapp die Bronzemedaille, blieb aber unter der begehrten Schallmauer. Dann folgten teilweise wie am Fließband Jan Simon Hamann (USC Bochum – 30:01 Minuten), Sebastian Reinwand (LG Telis Finanz Regensburg – 30:03 Minuten), Tobias Schreindl (LG Passau –30:11 Minuten), U23 Sieger Tom Gröschel (LAV Rostock – 30:13 Minuten), Moritz Steininger (1. FC Passau – 2. U23 – 30 :17 Minuten). Die Plätze 11 bis 13 gingen an die württembergischen Lokalmatadoren Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen – 30:22 Minuten – 1. M 35), Clemens Bleistein (30:25 Minuten – 3. U23) und dessen Teamgefährten Markus Weiß-Latzko (30:27 Minuten) von LAV Stadtwerke Tübingen.

Gelungene Organisation überzeugt sogar das Stadtoberhaupt

Bei Kaiserwetter gab es nur Lob für die Veranstalter. Sowohl die Mannschaft des Württembergischen Leichtathletikverbandes und des Leichtathletikreises Calw, als auch die örtlichen Helfer des VfL Nagold sorgen für einen in allen Belangen reibungslosen Ablauf. Das wegen der Landesgartenschau befürchtete Parkchaos trat nicht ein. Fast alle Athleten fanden unweit der Strecke freie Parkplätze, von freundlichen Helfern gut eingewiesen. Die Runde war vorbildlich abgesperrt, Zuschauer konnten das Rennen an allen Stellen gut verfolgen. Umkleideräume, Start- und Zielbereich mit der Tribüne für die Siegerehrungen waren auf engstem Raum. Der Vorstadtplatz bot sich mit ausreichenden Sitzgelegenheiten als idealer Mittelpunkt des Geschehens an. Sowohl die läuferfreundliche Bewirtung durch den VfL Nagold, als auch die Möglichkeit die umliegenden Restaurants und Cafes mit Sitzgelegenheit im Freien zu besuchen gaben der Veranstaltung ein Flair, das sogar der Bad Liebenzeller Cheforganisator Fritz Sander in höchsten Tönen lobte.

Oberbürgermeister Jürgen Großmann war so begeistert, dass er sich vorstellen kann, den Stadtlauf in Zukunft auf dieser Strecke zu etablieren.

Eine kleine Verbesserung sollte dann allerdings erfolgen. Eine ungenaue Umlei-tungsangabe („Innenstadt gesperrt“) führte leider viele Gartenschaubesucher von Norden in eine Sackgasse und in den Stau, weil sie nicht wussten, dass keine Parkplätze vorhanden waren. Laufzuschauer, die später auf diesem Wege anreis-ten, hatten damit Probleme.

Bericht von Günter Krehl

=> zu den Ergebnissen der Deutschen 10 km-Meisterschaften in Nagold

=> weitere Fotos auf Runners World Online

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(Fotos: Steffen Wittenauer)
 
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