Nikolaus-Lehrgang von DLV und WLV in der Gmünder Großsporthalle

"Vom Hüpfen und Springen zum Laufen und Sprinten." Dieses Thema stand beim Nikolaus-Lehrgang in der Großen Sporthalle im Fokus. Etliche Kinder und erwachsene Übungsleiter erhielten einen Einblick in die kleinen, aber feinen Unterschiede in der Trainingsmethodik und -didaktik.


Bericht mit freundlicher Genehmigung von Christian Koziara, Gmünder Tagespost
 
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Organisator und WLV-Lehrwart Fred Eberle wirkte zufrieden. Mit der Resonanz, mit dem Ablauf und dem Wissensdurst der aus ganz Baden-Württemberg angereisten jugendlichen und erwachsenen Teilnehmern beim offiziellen DLV-Lehrgang, der in dieser Form einzigartig im gesamten Bundesgebiet ist.

Einzigartig ist auch die Entwicklung. Die Geschichte des Nikolaus-Lehrgang ist lang. Wesentlich länger als man vermutet: "Angefangen haben wir 1972. Damals war es noch als vereinsinterne Fortbildung gedacht. Dass das ganze derartige Ausmaße annimmt, hätten wir niemals gedacht und war auch nicht geplant", so Eberle. Welche Ausmaße der Nikolauslehrgang in seiner mittlerweile 34. Auflage angenommen hat, wurde am Samstag deutlich: Die Leichtathletikhalle in der Großen Sporthalle im Schwerzer war gefüllt mit eifrigen Zuhörern und aktiven "Mitmachern", denen die neuartigen Methoden sichtlich Vergnügen und Freude bereiteten. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung kann ohne tatkräftige Helfer nicht funktionieren. "Ohne die Unterstützung von Jutta Bryxi und Christian Weber würde ich bei der Organisation und Durchführung ziemlich alt aussehen."

Morgens sausten, hüpften, rannten und tobten vorrangig die ganz jungen Nachwuchsleichtathleten durch die Halle, während der Nachmittag im Zeichen der Trainingsvermittlung für Übungsleiter und Lehrer stand - was diese allerdings nicht vorm aktiven Mitmachen befreite. Im Gegenteil: "Es ist unabdingbar, dass die vermittelte Methodik selbst erfahren und ausprobiert wird," sagt Eberle. Warum? "Damit den Kindern die Inhalte nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis gezeigt werden können," erläutert der Lehrwart weiter. Daher war die Theorie nur ein Teilaspekt am Samstag Nachmittag, gerannt und gehüpft ist auch die erwachsene Generation nicht zu knapp. Schweißperlen trieben die einzelnen Übungen auf die Stirn, wobei der Spaß dennoch im Vordergrund stand. "Ein Trainer muss auch immer den Entertainer spielen," weiß Olaf Fundel, Ex-Hürdenläufer und Mitarbeiter im WLV Lehrteam, der mit den Teilnehmern ein gymnastisches Aufwärmprogramm - welches oftmals unterschätzt wird - der besonderen Art absolvierte. "Wenn die Kids keine Freude an der Sache haben, verlieren sie schnell die Konzentration und Motivation." Aufgrund dessen sei auch die Gestaltung eines attraktiven Aufwärmens wichtig.

Das Erwärmen der Muskulatur war aber trotzdem lediglich ein Randaspekt beim Fortbildungslehrgang. In erster Linie ging es natürlich ums Springen und Sprinten: "Wer Hüpfen und Springen kann, kann auch Laufen und Sprinten," lautete das allgegenwärtige Motto: Aber was unterscheidet das Springen eigentlich vom Hüpfen? Die Konzeption des Lehrganges basiert auf den typischen Bewegungsmerkmalen eines Sprungs beziehungsweise eines Hüpfers, die per definitionem gravierende Unterschiede aufweisen: Während beim Springen ein azyklischer Ablauf, bestehend aus den vier sichtbaren Phasen Anlauf, Absprung, Flug und Landung, vorherrscht, werden beim Hüpfen zyklische Bewegungen gemacht. Im Endeffekt sind "Hüpfer" eine Aneinanderreihung vieler kleiner Sprünge. Koordinative Fähigkeiten sind Grundlagen der Leichtathletik. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Rythmusfähigkeit, die auf verschiedenste Art und Weise trainiert und verbessert werden kann. Zu diesem Zweck wurde unter anderem ein acht Stationen umfassender Lernzirkel aufgebaut, der anschaulich spezifische Schritte vom Hüpfen zum Laufen vermittelte. Mit der Tageszeitung als variables und vielfältig einsetzbares Übungsmittel gelang es ausgezeichnet, die methodische Reihung zu verdeutlichen.

Die "KOMIK" macht's
Vielfältige Kompetenzen muss ein Übungsleiter und Leichtathletiklehrer beherrschen, die Eberle unter dem Begriff "KOMIK" zusammenfasst: Das K steht für Kompetenz, O für Organisations- und Fachkompetenz, M für Methodenkompetenz, I für Individualkompetenz, K für Kooperationsbereitschaft, also Sozialkompetenz.

Am Ende des Seminars waren die Teilnehmer, wie aus mehreren Mündern vernehmbar, "ziemlich kaputt", aber dafür mit neuen Anregungen und Trainingsinhalten ausgestattet, die sie in die Vereine und in den Schulsport transportieren können.
 
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