Jürgen Scholz: „Zweimal volle Ränge wären ein deutliches Votum!“

Das Weltfinale der Leichtathletik am 9. und 10. September 2006 im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion ist nicht nur ein Stelldichein der weltbesten Leichtathletinnen und Leichtathleten, die in jeweils 18 Disziplinen den oder die absolute Saisonbeste(n) ermitteln, sondern auch eine Chance und eine Plattform für die deutsche Leichtathletik im Allgemeinen und den Württembergi-schen Leichtathletik-Verband (WLV) im Besonderen.

Darüber hinaus ist der saisonale Schlusspunkt eine große Chance für die Leichtathletik in Stuttgart, denn ein volles Daimler-Stadion an beiden Tagen wäre ein gewichtiges Argument gegen ein reines Fußballstadion. „Die Leichtathletik plädiert klar für den Erhalt des Stadions in seinem jetzigen Zustand“, bezieht WLV-Präsident Jürgen Scholz eindeutig Stellung, „und es ist schön, dass wir auch die Zustimmung anderer Fachverbände erfahren.“ Das Weltfinale biete den Leichtathletikanhängern die Möglichkeit, „mit den Füßen abzustimmen – wenn an beiden Tagen die Ränge voll sind, ist dies ein deutliches Votum!“

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Der 45-jährige Bürgermeister von Sersheim, seit 2004 an der Spitze des mehr als 112.000 Mitglieder in 874 Vereinen umfassenden Verbandes, gerät geradezu ins Schwärmen, kommt die Rede auf das Gottlieb-Daimler-Stadion. „Grundsätzlich ist die Infrastruktur rund ums Stadion einzigartig und etwas Besonderes in Deutschland, ja in Europa, und sie bietet alle Möglichkeiten für den Sport.“ Das Stadion, so wie es jetzt konzipiert ist, genüge allen Ansprüchen: Sowohl für die Leichtathletik, als auch für den Fußball („Das hat bei der WM das Spiel um Platz 3 gezeigt!“) oder für Open-Air-Konzerte. Scholz ist klar, dass man sich in Konkurrenz zum Profi-Fußball befinde, „aber wir können doch nicht alles nur an einer Sportart ausrichten – das wäre schwer begreiflich.“

Es sei nachvollziehbar, so Scholz, dass die Verfechter eines reinen Fußballstadions damit argumentieren, „dass wir nicht alle zwei Wochen Zigtausend ins Stadion locken, aber die Leicht-athletik ist einfach anders strukturiert als der Fußball“. Und der frühere Sprinter betont: „Beide Sportarten haben ihre Berechtigung!“ Falle im Daimler-Stadion die Laufbahn weg, „ist der Leichtathletik-Standort Stuttgart gestorben.“ Ob sich eine Stadt mit einer derartigen Sportgeschichte wie Stuttgart – wo 2007 gleich drei Weltmeisterschaften (Handball, Turnen, Rad) statt-finden – so einfach von der Kernsportart der Olympischer Spiele verabschiede, „das will sehr gut überlegt sein“. Dann habe man nur noch „sportliche Monokultur“.

Ohne eine Laufbahn seien Welt- und Europameisterschaften oder Veranstaltungen wie das Weltfinale der Leichtathletik in Stuttgart nicht mehr durchführbar. „Das jetzige Stadion ist einfach ein Pfund, mit dem Stuttgart wuchern kann: Es ist in einem Top-Zustand, und dass auch beim Fußball eine tolle Stimmung möglich ist, hat die WM gezeigt. Außerdem ist mit der Laufbahn jedes Sicherheitskonzept leichter umsetzbar.“ Letztendlich hänge die Stimmung aus der Sicht des Präsidenten einfach von der gezeigten Leistung ab: „Bei guten Leistungen hat man eine gute Stimmung, bei schlechten Leistungen eine schlechte.“

Der Württembergische Leichtathletik-Verband will jedenfalls beim Weltfinale zu einer guten Stimmung beitragen. Am 9. September heißt es deshalb „Kids Relay – Stuttgart sucht die Super-Staffel 2006“. In zwei Altersgruppen (bis elf oder bis 13 Jahre) läuft jede Staffel 8 x 50 Meter, also genau eine Stadionrunde, wobei jede Staffel mindestens drei Mädchen aufstellen muss. „Wir wollen die Jugendlichen zur Bewegung motivieren“, sagt Jürgen Scholz. Über 100 Staffeln haben sich bereits angemeldet, aber es sind noch einige Meldungen möglich (info@wlv-sport.de). Ein weiterer Aspekt für die Jugendlichen, bei der „Super-Staffel-Suche“ mitzumachen, ist die Möglichkeit, ihre Vorbilder einmal aus nächster Nähe zu sehen. „Sie können die Stars hautnah erleben, und die besten drei Staffeln jeder Altersgruppe werden im Stadion geehrt.“

Rund 2.000 bis 3.000 Teilnehmer erwartet der WLV beim „Athletics DayRun“ unter dem Motto „Stuttgart bewegt“ am Sonntag, 10. September 2006. Der Start erfolgt auf dem Schlossplatz, die etwa acht Kilometer lange Strecke führt durch den Schlossgarten und den Rosensteinpark über den Wasen bis ins Daimler-Stadion. „Die Tendenz geht zu Gruppenteilnahmen von Firmen, Vereinen, Clubs oder anderen Gruppierungen, die einfach zusammen Sport machen wollen“, weiß Scholz, „mit solchen Veranstaltungen kann man zudem soziale Kompetenzen schulen.“ Vier verschiedene Wertungen (Großfirmen/Vereine mit mehr als 100 Teilnehmern, mittelgroße Firmen mit 20 bis 100 Teilnehmern, Kleinfirmen mit weniger als 20 Teilnehmern und Einzelstarter) lassen Raum für jeden Ansatz. Anmeldungen sind unter www.athleticsdayrun.de möglich.

Eine besondere Idee hatten die Verantwortlichen des Lauftreff Spvgg Mössingen: „Wir rennen zu den Weltstars direkt ins Stadion!“ In Kooperation mit den SF Dußlingen, dem TSV Gomarin-gen und dem TSV Ofterdingen startet die Stafette am Samstag um 7 Uhr in Mössingen. In Gruppen wird jeweils fünf bis sieben Kilometer gelaufen, dann an die nächste Gruppe übergeben. Mitmachen können Schülerinnen und Schüler ab zehn Jahren, das Stadion soll nach zirka 60 Kilometern gegen 13 Uhr erreicht werden – mit abschließendem Einlaufen auf der Tartanbahn vor der Eröffnung des Weltfinales. Danach wollen die jungen Läufer ihre Stars anfeuern. „Wenn sich noch andere Vereine dieser Idee anschließen würden, könnte daraus ein richtiger Sternlauf nach Stuttgart werden“, stellt sich Jürgen Scholz vor.

Eintrittskarten für das Weltfinale der Leichtathletik kosten zwischen zehn und 30 Euro (Tages-Ticket) beziehungsweise zwischen 15 und 50 Euro (Zwei-Tages-Ticket). Schüler, Studenten, Behinderte, Auszubildende sowie Zivil- und Wehrdienstleistende erhalten 50 Prozent Ermäßigung. Business Seats mit Hospitality- und Parkberechtigung kosten 140 Euro (ein Tag) und 220 Euro (zwei Tage). Alle Karten sind über den EASY TICKET SERVICE (Telefon 07 11 – 2 55 55 55, www.easyticket.de) sowie bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und an den Stadionkassen erhältlich. Sie gelten als Kombiticket und berechtigen ab drei Stunden vor Veranstaltungsbeginn bis Betriebsschluss für die Fahrt mit den VVS-Verkehrsmitteln (2. Klasse) zum Gottlieb-Daimler-Stadion und für die Rückfahrt.

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