Schwäbischer Alb Marathon

Am Samstag, dem 21.10. brachte der größte Ultramarathon Süddeutschlands, der von der DJK Schwäbisch Gmünd veranstaltete Schwäbische Alb Marathon über 50 km wieder weit über 1100 Läufer und Läuferinnen auf die Beine. Bei Temperaturen von ca. 14° C, bedecktem Himmel und leicht regnerischem Wetter herrschten sehr gute Laufbedingungen; gegen Mittag zeigte sich sogar gelegentlich der in den Vorjahren so charakteristische goldene Oktobersonnenschein und eröffnete weite Ausblicke über die Landschaft der Dreikaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Hohenstaufen mit Fernsicht bis zur Teck.

Mit 526 50km-Läufern und -Läuferinnen fiel der Teilnehmerstand nach dem letztjährigen Rekord bei der Austragung der DUV- Meisterschaft wieder auf den Stand von 2003 zurück.
Auf der 25km-Strecke konnte man mit 341Teilnehmern dagegen einen kleinen Zuwachs verzeichnen. Dazu kamen noch ca. 130 Stafettenläufer in 19 Mannschaften, ca. 100 30km-Walker und -Nordic Walker, sowie 100 Bambinis (jeweils Meldezahlen).

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Der Start erfolgte für alle vom historischen Marktplatz in der Mitte der Stadt, wo die Läufer vom 1. Bürgermeister Bläse unter großem Applaus der Gmünder auf die Strecke geschickt wurden. DJK- Moderator Marcel Egerter und Live-Musik von „more Fun“ hatten bis dahin für eine entspannte und lockere Atmosphäre gesorgt.

Und es ging ebenso weiter, denn es nahte für viele Nicht- Marathonis der wichtigste Punkt des Albmarathons, nämlich der AOK-Bambinilauf, an dem auch dieses Jahr wieder etwa 100 Kinder im Vorschulalter teilnahmen. Die Kinder wurden von der AOK einheitlich mit T- Shirts ausgestattet und liefen in 2 getrennten Läufen je nach Alter eine (3-4-Jährige) oder 2 (5-7-Jährige) Marktplatzrunden von je ca. 250m. Es war eine Veranstaltung mit eigenem, schwer zu beschreibendem Reiz. Oberbürgermeister Leidig schickte die kleinen Läufer und Läuferinnen auf die Strecke und empfing sie anschließend zusammen mit dem Leiter der DJK Abteilung Ausdauersport, Dirk Häber auf der Bühne. Wobei es irgendwie einen gewissen Charme hatte, daß die Schnellste im Rennen der 5-7-Jährigen auch so schnell wieder weg war, daß sie gar nicht mehr zur Siegerehrung gebeten werden konnte. Daß übrigens in beiden Läufen jeweils ein Mädchen schneller war als alle Jungs sei als überraschendes Detail am Rande vermerkt.

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Wie fast immer siegte beim 50km- Lauf auch 2006 ein Athlet der sich erst überraschend nachgemeldet hatte, nämlich Ulf Sengenberger von der LG Würzburg, der damit seinen bayrischen Kollegen Sebastian Sailer aus Neuburg als Sieger ablöst. Ulf Sengenberger ist Mitglied im 100km-Nationalkader und mit Zeiten von z.B. 7:24 h über 100km (Leipzig, 2004), 2:36 h im Marathon (Würzburg, 2006 ) sowie 31:54 Minuten auf 10km (Knitzingen, 1999) ein vielseitiger und auch geländegängiger Athlet. Diese Vielseitigkeit ist ihm bei seinem verdienten Sieg auf der anspruchsvollen Strecke über die Dreikaiserberge wohl sehr zugute gekommen. Die Dreikaiserberge haben in der Vergangenheit ja bereits vielen sehr guten 100km-Spezialisten und Ultramarathonläufern (Sommer, Kümpel, Miksch) arge Probleme bereitet.

Hinter Ulf Sengenberger lieferten sich der Vorjahresdritte, Hauke Dutschak (VFL Winterbach, 3:36:24 h) und der Vorjahreszweite Helmut Dehaut (VTZ Zweibrücken; 3:37:25 h) ein packendes Duell um Platz 2. Hauke Dutschak lag auf den ersten 30km auf Platz 2, wurde dann von Helmut Dehaut abgelöst, konnte aber nach Waldstetten, also auf den letzten 8 Kilometern noch effektiv kontern. Da Helmut Dehaut sich gerade erst von einer Krankheit erholt hat, ist Platz 3 von ihm eine besondere Leistung. Athleten wie Helmut Dehaut und Hauke Dutschak, jeder für sich ein ganz besonderer, unverwechselbarer Athlet mit knorrigem oder zumindest sehr eigenständigem Charakter sind im übrigen Paradebeispiele für die ganz besonderen Läufertypen, die man eben nur beim Schwäbische Alb Marathon und nicht bei den großen Stadtmarathons findet. Und die eben auch den Reiz des Schwäbische Alb Marathons ausmachen.

Ungleich höher als die Siegerzeit bei den Herren ist die Siegerzeit bei den Damen einzustufen. Denn in absolut respektablen 3:59:28 h war Julia Alter vom TV Rheinau- Mannheim die erste Siegerin seit 2002 mit einer Siegerzeit von unter 4 Stunden. Sie hätte mit dieser Zeit selbst bei den Herren noch Platz 20 belegt. Mit der Ausnahme des jungen Talents Branka Hajek (TSV Ilshofen), die in beeindruckenden 4:07:10 h Platz 2 belegte und die Juniorinnenklasse gewann, tat sich hinter Julia Alter aber eine große Lücke auf. Resi Zepf (Ultra-Sports-Nike-Run) belegte in 4:30:41 h Platz 3 vor Bärbel Lemme (SV Post Telekom Schwerin; 4:32:45 h) und der Elke Streicher (EK Schwaikheim; 4:34:02 h)

Mit mehreren Hundert Läufern und Zuschauern war der Rechberg wieder völlig überfüllt und sicher auch einer der stimmungsmäßigen Höhepunkte entlang der gesamten Albmarathonstrecke. Beim 25 km-Lauf (780 Höhenmeter) gelang Markus Brucks vom Sparda-Team Rechberghausen zum nunmehr bereits 8. Mal ein letztlich ungefährdeter Start-Ziel-Sieg in einer Zeit von 1:40:21 h. Hier kündigen sich allerdings Veränderungen an, denn Brucks kündigte bei der Siegerehrung an, künftig aus persönlichen Gründen im Training deutlich kürzer zu treten. Ob es dann noch zum Sieg reiche sei fraglich. Roland Weller vom TV Uhingen war in 1:43:56 h zwar schneller als im Vorjahr, es blieb jedoch bei Platz 2 vor Michael Erdlenbruch (DLG Leinfelden- Echterdingen; 1:45:19 h).

Bei den Damen siegte die Angela Beckmann aus Ulm in 2:05:23 knapp vor Beate Bauer vom LT Auenwald und Andrea Calmbach von der DJK Schwäbisch Gmünd. Der letzte Anstieg zum Rechberg war wieder einmal entscheidend.

Was den AOK- Stafettenlauf der Betriebsmannschaften anging, so gewann bereits zum dritten Mal in Folge der Hauptsponsor des Schwäbische Alb Marathons, nämlich die Kreissparkasse Ostalb in flotten 3:43:53 h vor den „Albrunners“ der TRW Alfdorf (4:00:06 h), der Umicore Galvanotechnik (4:13:59 h), den „Crashdummies“(!) der TRW Alfdorf (4:17:46 h) und dem Bauunternehmen Blautal (4:17:56 h)

Am Walking- Wettbewerb über 30 km nahmen wieder fast 100 (Nordic) Walker teil, die sich der Strecke über Hohenstaufen und Asrücken stellten. Eine derart lange Strecke ist, auch wenn sie - wie von den Teilnehmern bestätigt wird- ein außergewöhnliches Landschaftserlebnis bietet für die meisten Nordic Walker unüblich und damit eine besondere Herausforderung.

Etwas überraschend war dann der Zieleinlauf, denn die schnellsten 4 Walker kamen alle ohne die Zuhilfenahme von Stöcken ins Ziel, was verdeutlicht, daß es noch einen Unterschied zwischen Walkern und Nordic Walkern gibt, die hier gemeinsam unterwegs sind.

Am schnellsten im Ziel waren kurz hintereinander Michael Vetter aus Freiberg und Michael H. Schäfer vom TF Feuerbach in 3:37:25 bzw. 3:37:35 h. Kurz darauf folgten Petra Niebuhr aus Winnenden, die bereits in den Vorjahren die schnellste Teilnehmerin war (3:42:51 h) und einer der ältesten Teilnehmer, Ernst Horak vom TB Beinstein.

Die DJK Schwäbisch Gmünd tut sich allerdings schwer damit, hier einen „Sieger“ auszurufen, denn die Zeiten sind aufgrund unterschiedlicher Technik mit und ohne Stöcke, teilweise auch mit fließenden Übergängen zum Laufen nicht immer vergleichbar. Pressesprecher Matthias Wenzel: „Für mich ist ein Sieger, wer diese schwere Strecke bewältigen kann“.

Im Europacup der Ultramarathons machte der Tscheche Jiri Krejci mit dem 4. Platz beim Schwäbische Alb Marathon den Europacupsieg perfekt. Der Vorjahressieger des Europacups, Stefan Bosch, hatte das Bravourstück geschafft hat, alle 6 Läufe jeweils im vordersten Feld zu absolvieren. Ihm blieb dieses Jahr Rang 2, während es Dirk Bauer mit seinem 13. Platz beim Schwäbische Alb Marathon gelang, sich noch unerwartet auf Platz 3 zuschieben. Auf Platz 4 landeten Thomas Herget aus Fulda vor dem Europacup- Veteranen Joerg Kupfer (Gotha), der ebenfalls alle 6 dieser extrem harten Läufe bestritten hat. Beiden war es aber nicht gelungen, sich durch den Antritt beim Schwäbische Alb Marathon weiter nach vorne zu arbeiten. Insgesamt gelang es übrigens 10 Läufern, alle 6 Wettbewerbe zu absolvieren – eine Leistung, neben der der gewöhnliche Ironman ziemlich alt aussieht.

Bei den Damen blieb es wie erwartet beim Sieg von Petra Schultz aus Wolmirstedt, die ebenso wie die zweitplazierte Brigitte Rodenbeck (Braunschweig) in Schwäbisch Gmünd nicht mehr am Start war. Platz 3 belegte Elke Czermin, die beim Alb Marathon jedoch nur ein Streichresultat erzielte. Dagegen schob sich Bärbel Lemme (Perdoehl) durch ihren dritten Platz beim Alb Marathon in der Europacup- Wertung noch auf Rang 4 vor Heike Schuerbusch aus Siegen.

Matthias Wenzel, DJK Schwäbisch Gmünd

Ergebnisse 16. Schwäbische Alb Marathon am 21.10.2006
Herren:
1. Ulf Sengenberger (LG Würzburg), 3: 34,09h
2. Hauke Dutschak (VFL Winterbach) 3:36,24h
3. Helmut Dehaut (VTZ Zweibrücken) 3:37,25h
4. Jiri Krejci (Brno [Brünn] CZ) 3:44,40h
5. Jürgen Schoch (Forstenrieder SC München) 3:45,41h
Frauen:
1. Julia Alter (TV Rheinau- Mannheim) 3: 59,28h
2. Branka Hajek (TSV Ilshofen) 4:07,10h
3. Resi Zepf (Ultra Sports Nike Run) 4:30,41h
4. Bärbel Lemme (SV Post Telekom Schwerin) 4:32,45h
5. Elke Streicher (EK Schwaikheim) 4:34,02h

Europacup der Ultramarathons (bestehend aus 100 km Biel (Schweiz), 72 km Renn-steiglauf, 50 km Mníšek pod Brdy (Tschechien), 75 km Celje (Slowenien), 53 km Wachau- Marathon und 50 km Alb- Marathon; angegeben sind die addierten und gewichteten Rückstände auf die Sieger der einzelnen Läufe; gewertet wurden die 3 jeweils besten Ergebnisse)

Männer:
1. Jiri Krejci (Brno (CZ) 1.370 sec
2. Stefan Bosch (Landshausen) 3.586 sec
3. Dirk Bauer (Rosengarten) 4.374 sec
4. Thomas Herget (Fulda) 5.056 sec
5. Joerg Kupfer (Gotha) 6.203 sec
Frauen:
1. Petra Schultz (Wolmirstedt) 2.902 sec
2. Brigitte Rodenbeck (Braunschweig) 4.638 sec
3. Elke Czermin (Erlangen) 7.715 sec
4. Baerbel Lemme (Perdoehl) 15.863 sec
5. Heike Schuerbusch (Siegen) 16.935 sec

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