Trauer um Charly Kaufmann

Die Leichtathletik trauert um Carl „Charly“ Kaufmann, der am Montag im Alter von 72 Jahren verstorben ist. Er war einer der erfolgreichsten deutschen Leichtathleten. Unvergesslich machte sich das Ehrenmitglied des Karlsruher SC im Jahr 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom (Italien).

Beim 400 Meter-Endlauf der Männer gelang es Carl Kaufmann, mit einem packenden Endspurt den führenden US-Amerikaner Otis Davis auf der Ziellinie einzuholen - mit einem Riesensatz stürzte sich der damals 24-Jährige ins Ziel auf die regendurchnässte Aschenbahn. Nach der lange andauernden Auswertung des Zielfotos war Otis Davis der Glücklichere - mit hauchdünnem Vorsprung. Beide wurden jedoch mit der Weltrekordzeit von 44,9 Sekunden in die Siegerlisten eingetragen.

Es war ein sportlicher Höhepunkt einer beispiellosen Karriere, zu der ungezählte Meisterschaften und Titel über 100, 200, 400 Meter und besonders bei den Staffeln über 4x400 Meter gehören. Hier errang Charly Kaufmann neben der Einzelmedaille in Rom mit der deutschen Staffel noch eine weitere „Silberne“. Im Trikot des KSC trug er mit seinen Erfolgen maßgeblich dazu bei, dass der Titel „Sportstadt Karlsruhe“ kein leeres Schlagwort war.

Zweite Bühne gefunden

Später machte er als Opern- und Operettensänger sowie als Theaterleiter in Karlsruhe Karriere. Carl Kaufmann hatte in seinem Leben damit zwei Bühnen gefunden und war eng mit Karlsruhe, wo er die Leitung des Theaters "Die Käuze" inne hatte, verbunden.

Geboren wurde er aber 1936 in New York (USA), wo sein Vater damals arbeitete. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges landete die Familie dann aber in Karlsruhe. Dort besuchte Carl Kaufmann das Bismarck-Gymnasium, danach war er zunächst Sport- und Realschullehrer.

Erst Sport-, dann Showbühne

Mit 17 Jahren wurde zufällig an der Schule sein Lauftalent entdeckt. Sieben deutsche Meistertitel im Kurz- und Langsprint waren die Folge. Aber auch international mischte der spätere Sänger ("In einer Nacht in Taormina", "Und Amor läuft mit") mit. EM-Silber 1958 mit der 4x400-Meter-Staffel folgten die beiden Olympiamedaillen in Rom. Dreimal verbesserte er den Europarekord über 400 Meter, einmal auch den Weltrekord.

Bereits im Alter von 28 Jahren hängte er die Laufschuhe schon wieder an den Nagel. "Ich hatte begonnen, künstlerisch zu arbeiten, hatte Engagements als Operettensänger und wusste nicht, wann ich trainieren sollte", erklärte er früher, wie es zum Wechsel von der Sport- auf die Showbühne kam. Mit Leben erfüllt hatte er beides, auch wenn er sagte: "Wenn ich noch mal auf die Welt komme, gehe ich nur noch auf die Bühne."

Quelle: www.leichtathletik.de | Aktuell | pm/fc

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