Brigitte Scheloske verstorben

(ben) – Eine Stunde später wollte sie sich mit ihren Ausschuss-Mitgliedern von der LG Staufen treffen, um die Hallentermine 2011 zu besprechen. Da hörte plötzlich ihr Herz auf zu schlagen. Am Donnerstag um 19 Uhr starb die Vorsitzende der LG Staufen und langjährige Statistikerin des Ostalbkreises, Brigitte Scheloske (62) völlig unerwartet zu Hause in Durlangen.

Geboren am 24. Januar 1948 in Schwäbisch Gmünd, hat Brigitte Scheloske seit ihrer Kindheit das Ehrenamt er- und gelebt. Ihr Vater Erwin Betz war lange Jahre Jugendleiter der Gmünder Normannia. Auch ihren Mann Klaus, damals Fußballer beim Postsportverein, lernte sie über den Sport kennen. Leider verstarb ihr Gatte bereits 1996. Als sie nach der Heirat mit ihm 1969 in Durlangen ein Eigenheim gebaut hatte, engagierten sich beide im dortigen FC. Er als Trainer und Jugendleiter, sie als Schriftführerin und Mädchen für alles.

„Wir sind aufgewachsen zwischen den gewaschenen Fußballer-Trikots, die jede Woche im Garten auf der Leine hingen“, erinnert sich Sohn Marc. In den 80-er Jahren gründete das Ehepaar Scheloske eine Theatergruppe. Eine mehrtägige Dorfolympiade, an der viele Durlanger Vereine teilnahmen, wurde ins Leben gerufen. Stets kamen neue Ideen, die das Dorfleben befruchteten.
1984 begann Marc Scheloske dann, in der Leichtathletik bei der LG Staufen sein Hobby zu finden. Schnell wuchsen die Eltern in die Helfer- und Kampfrichterrolle hinein. Seit 1989 organisierten sie jeden Winter die Bezirksmeisterschaften in der Gmünder Sporthalle und übernahmen mehr und mehr Verantwortung. Jährlich erschien unter ihrer Regie ein illustriertes LG-Staufen-Jahrbuch. 1995 richtete Brigitte Scheloske schließlich in ihrer Wohnung die Geschäftsstelle der LG Staufen ein. Alles, was mit Meldungen, Start- und Gesundheitspässen oder Anträgen zu tun hatte, lief seither über ihren Schreibtisch.

Nach dem Rücktritt des damaligen LG-Vorsitzenden Uwe O. Schmid im Jahre 2005 wurde sie zunächst Sprecherin des Vorstands, bevor sie nach der Umstellung auf einen eingetragenen Verein einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Gleichzeitig wirkte sie seit fast zwanzig Jahren als Statistikerin des Leichtathletikkreises, für den auch Sohn Marc seit 1993 als EDV-Beauftragter tätig ist.

Die gelernte Industriekauffrau arbeitete in den letzten Jahren als Sekretärin an der Gehörlosenschule St. Josef, wo sie als Vertreterin der Angestellten großes Vertrauen genoss. Obwohl sie keineswegs jeder neuen Mode hinterherlief, war Brigitte Scheloske sehr aufgeschlossen für die neue Technik. Ohne je einen Kurs belegt zu haben, entwickelte sie sich im Laufe der Jahre zu einer Computer-Spezialistin, die, wenn sie gefragt wurde, auch bei auswärtigen Vereinen aushalf. Noch am 2. Oktober stellte sie sich der DJK Ellwangen beim Schüler-Kreisvergleich als Wettkampfbüro-Leiterin zur Verfügung, obwohl ihre Tochter am selben Tag Geburtstag feierte! Eine für sie typische Geste, die zeigt, dass sie die Leichtathletik nie nur durch die Vereinsbrille sah und auch Privatangelegenheiten selten Vorrang hatten.

So sehr sie sich mit anderen freuen konnte: Am schönsten waren natürlich für sie die Erfolge mit der LG Staufen, vor allem im Schüler- und Jugendbereich. Für alle Anliegen hatte sie ein offenes Ohr. Nein sagen war für sie ein Fremdwort. Einen Großteil ihrer Freizeit der Leichtathletik zur Verfügung zu stellen, empfand sie nie als Opfer. Gemeinsam im Team etwas aufzubauen, bereitete ihr die größte Freude.

Zu Recht stolz sein konnte sie so auch auf die gelungene Ausrichtung der Süddeutschen Meisterschaften vor wenigen Wochen in Gmünd. Dies war sicher ein Kraftakt, der von ihr fast übermenschliche Anstrengungen erforderte. Eine Erkältung, die sie seit Wochen plagte und die sie nicht auskurieren konnte, mag mit schuld sein an ihrem plötzlichen Tod, der nicht nur die Athletinnen und Athleten der LG Staufen, deren Mitarbeiter und Freunde auf Vereins-, Kreis- und Landesebene zutiefst erschüttert. Die Anteilnahme gilt vor allem ihren vier Kindern, die ihren Lebensmittelpunkt verloren haben.

Das Requiem für die Verstorbene findet am kommenden Dienstag um 14.30 Uhr in Zimmerbach (bei Durlangen) statt. Anschließend erfolgt auf dem dortigen Friedhof die Beisetzung.

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