Deutsche Jugendliche ermitteln ihre Meister

Von Freitag bis Sonntag (6. bis 8. August) finden im Ulmer Donaustadion nach 2007 erneut die Deutschen Jugendmeisterschaften statt. Während die A-Jugendlichen mit der U20-WM ihren internationalen Höhepunkt bereits hinter sich haben, nutzen einige B-Jugendliche die nationalen Titelkämpfe für eine letzte Formüberprüfung bevor es nach Singapur zu den ersten Olympischen Jugendspielen (14. bis 26. August) geht.

Männliche Jugend B

2009 war Patrick Domogala der erfolgreichste Teilnehmer der Deutschen Jugendmeisterschaften. In Rhede sprintete der Mannheimer über 100 und 200 Meter sowie mit der Staffel zu Gold. Auch in Ulm hat der 17-Jährige für alle drei Wettbewerbe gemeldet. Ob er allerdings auch alle in Angriff nehmen wird, wird sich zeigen, denn Patrick Domogala ist einer von 16 deutschen Athleten, die bei den am 14. Augst beginnenden Olympischen Jugendspielen teilnehmen dürfen.

Am schwierigsten dürfte die Titelverteidigung über 200 Meter sein. Mit dem Magdeburger Felix Gehne hat der Mannheimer einen Konkurrenten, der in diesem Jahr bereits 21,36 Sekunden gesprintet ist.

Auch Kugelstoßer Dennis Lewke (SC Neubrandenburg) und der 400-Meter-Hürden-Läufer Felix Franz (LG Neckar-Enz) werden in Singapur die deutschen Farben vertreten und sind in Ulm die haushohen Favoriten. Nach seiner deutschen B-Jugend-Bestleistung von 51,07 Sekunden rangiert Felix Franz in der Meldeliste satte 2,70 Sekunden vor dem Rest der Konkurrenz. Ähnlich komfortabel ist die Ausgangssituation für Dennis Lewke im Kugelstoßen.

Ein hochklassiger und zugleich spannender Wettkampf verspricht die Entscheidung im Weitsprung zu werden. Mit Stephan Hartmann (LG Nord Berlin), Marcel Lienstädt (LG Tönning-St.Peter) und Bartosz Jasinski (TV Gladbeck) trifft in Ulm ein Trio aufeinander, das Weiten jenseits von 7,20 Metern aufzuweisen hat.



Weibliche Jugend B

Gleich 58 Athletinnen bewerben sich um den Titel über die kürzeste Sprint-Distanz, die 100 Metern. Dabei führt kein Weg an Stefanie Pähler vorbei. Die Dortmunderin hat mit Abstand die schnellste Bestzeit und tritt nach dem Gewinn der Silbermedaille mit der 4x100-Meter-Staffel bei der U20-WM mit großem Selbstvertrauen an. Ähnlich schwer zu bezwingen ist Sonja Mosler. Die Herkenratherin ist über die Stadionrunde nicht nur Titelverteidigerin, sondern mit einer Bestzeit von 53,24 Sekunden, gelaufen bei den Juniorengala in Mannheim, auch die klare Favoritin.

Deutlich enger werden wohl die Entscheidungen über die 100 Meter Hürden und im Hochsprung ausfallen. Mit der Kölnerin Alexandra Plaza, Anne Rieger (SpVgg. Auerbach/Streitheim), der Siebenkämpferin Sara Gambetta (TSG Schlitz) und Deborah Brodersen (LG Weserbergland) haben gleich vier Höhenjägerinnen Bestleistungen von 1,80 Metern und höher vorzuweisen. Über die 100 Meter Hürden sind es Franziska Hofmann (LAC Erdgas Chemnitz), Laura Weiß (TV Bad Kötzting) und Svenja Rieck (LG Wennigsen), die alle etwa auf demselben Niveau sind und den Titel gewinnen können.

Einen Doppelsieg für die LG Lippe-Süd könnte es im Stabhochsprung geben. Desiree Singh und Lilli Schnitzerling rangieren hier an der Spitze der Meldeliste. Ein Duell auf Augenhöhe bahnt sich im Weitsprung an. Während Lena Malkus (LG Ratio Münster) ihren Saisonhöhepunkt mit dem Start bei den Olympischen Jugendspielen noch vor sich hat, hat Sara Gambetta diesen mit dem Gewinn der Silbermedaille im Siebenkampf bei der U20-WM schon hinter sich. Beide können 6,40 Meter und weiter springen.

Im Wurfbereich schickt sich Shanice Craft an, ihren Doppelsieg von den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften zu wiederholen. Wie in Halle ist die Mannheimerin auch in Ulm für das Diskuswerfen und das Kugelstoßen gemeldet. Ihre stärkste Widersacherin im Kugelstoßen dürfte Katinka Urbaniak von der LG Filstal sein, für die die Jugend-DM in Ulm gleichzeitig Zwischenstation zu den Olympischen Jugendspielen in Singapur ist.

Männliche Jugend A

Wer ist der schnellste jugendliche Sprinter Deutschlands? Diese Frage wird über die 100 Meter geklärt und die Bewerberliste ist lang. Top-Favorit ist Roy Schmidt. Der Jenaer hatte schon im Winter das Sprintdoppel gewonnen und will nun in Ulm erneut zuschlagen.

Das verhindern wollen der Leverkusener Florian Hübner, der Schweriner Patrick Kuhn, der Wattenscheider Robin Erewa und der Metzinger Moritz Riekert. Sollte es für den einen oder anderen nicht für das gewünschte Resultat reichen, bietet sich die Revanche über die doppelte Distanz an. Dort treffen alle Favoriten über 100 Meter, außer Moritz Riekert, erneut aufeinander.

Auf der Stadionrunde sollte kein Weg an Marco Kaiser vorbeiführen. Der Vierte der U20-WM muss höchstens seinen Vereinskollegen von der LG Nike Berlin, Varg Königsmark, fürchten, doch der ist auch über seine Paradedistanz, die 400 Meter Hürden, gemeldet und hat so ein Mammutprogramm vor sich.

Niederlagen auf nationaler Ebene, das kennt Marcel Fehr (LG Limes-Rems) so gut wie nicht. Der 18-Jährige stellte auch bei der U20-WM als Sechster einmal mehr seine Klasse unter Beweis und sollte wie vor einem Jahr, als er in Rhede Gold über 3.000 Meter gewann, auch über 1.500 Meter nicht zu bezwingen sein.

Mit einer Portion Wut im Bauch wird Gregor Traber die 110 Meter Hürden angehen. Der Tübinger war in Moncton (Kanada) sauer über den verpassten Finaleinzug und kann jetzt zumindest den nationalen Titel gewinnen. Allerdings ist der Dauerrivale und Deutsche Jugend-Hallenmeister Julian Marquart (Hallesche Leichtathletik-Freunde) auch wieder mit von der Partie und ein ebenbürtiger Gegner.

Stabhochsprung-Thriller?

Einen wahren Thriller um die Medaillen könnte es im Stabhochsprung geben. Tom Konrad (Schweriner SC), Titelverteidiger Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken), Pascal Koehl (LC Rehlingen) und Florian Gaul (LG Leinfelden-Echterdingen) sind in ihren Bestleistungen nur durch fünf Zentimeter getrennt. Die Nervenstärke und Tagesform wird hier über Gold, Silber und Bronze entscheiden.

Ähnlich spannend verspricht die Entscheidung in der Weitsprunggrube zu werden. Top-Favorit Marcel Kirstges (LG Rhein-Wied) muss sich hier starker Konkurrenz durch Toni Patke (LAZ Leipzig) und Yannick Roggatz (TV Heppenheim) erwehren, und auch Moritz Riekert und der Berliner Lou Buadu sind zu beachten.

Wesentlich klarer sind die Machtverhältnisse im Speerwerfen und im Diskuswerfen. Stolze 11,20 Meter Vorsprung bringt der frisch gebackene U20-Speerwurf-Weltmeister Till Wöschler mit. Der Zweibrückener kann sich in Ulm eigentlich nur selber schlagen. Auch Michael Salzer sollte im Diskuswerfen nicht zu bezwingen sein, auch wenn die U20-WM für den Nürtinger nicht ganz nach Wunsch verlief.

Weibliche Jugend A

In Moncton erkämpfen sie sich noch zusammen Staffel-Silber, in Ulm sind Leena Günther (LG ASV/DSHS Köln), Tatjana Pinto (LG Ratio Münster) und Nadja Bahl (SC Potsdam) auf sich alleine gestellt. Beim Kampf um die Medaillen sind auch die Zwillinge Julia und Martina Riedl (SC Vöhringen) nicht außer Acht zu lassen.

Spannend dürfte auch das Duell zwischen der Regensburgerin Corinna Harrer und der Frankfurterin Gesa-Felicitas Kraus über die 1.500 Meter werden. Beide bewiesen mit Platz sechs über 800 Meter und Platz vier über 3.000 Meter Hindernis bei der U20-WM ihre internationale Klasse und streiten sich nun in Ulm um die nationale Krone, wenngleich Corinna Harrer auch über die 800 Meter gemeldet ist.

Jenna Pletsch versus Miriam Hehl

Gleich zwei Medaillengewinnerinnen von Moncton treffen im Donaustadion über die 100 Meter Hürden aufeinander. Jenna Pletsch (SV schlau.com Saar 05 Saarbrücken) gewann bei der U20-WM Silber, Miriam Hehl (LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) sicherte sich Bronze. Gefahr droht dem Duo von einer Wattenscheiderin: Pamela Dutkiewicz kann ähnliche Zeiten sprinten.

Bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften war die Stabhochsprung-Entscheidung der absolute Höhepunkt und die Protagonistinnen von Rhede sind auch in Ulm wieder mit von der Partie. Die Zweite der U20-WM, Victoria von Eynatten (LG Leinfelden-Echterdingen), Joana Kraft (TuS Metzingen) und die Deutsche Jugend-Hallenmeisterin Caroline Hasse (SC Potsdam) werden dafür sorgen, dass es hoch hinaus geht.

In den Wurfdisziplinen verspricht vor allem das Duell der beiden Kugelstoßerinnen Lena Urbaniak (LG Filstal) und Kristin Zaumsegel (TuS Jena) Spannung und große Weiten.

Quelle: www.leichtathletik.de | Nico Elsäßer

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