Glänzender Festvortrag von Prof. Dr. Eike Emrich

Höhepunkt des festlichen Teils des WLV-Verbandstages am vergangenen Samstag in Balingen war nach den Grußworten des Balinger Oberbürgermeisters Helmut Reitemann, der WLSB-Vizepräsidentin Elvira Menzer-Haasis, des Sportkreisvorsitzenden Hendrik Rohm sowie von MdL Hans-Martin Haller und dem Bericht von WLV-Präsident Jürgen Scholz der Festvortrag von Prof. Dr. Eike Emrich. „Doping und Sport - Einige Überlegungen zu einem nicht vollständig lösbaren Problem“

Den selbstgewählten, etwas sperrigen Titel der Ausführungen, verstand der frühere Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) jedoch aufs Unterhaltsamste mit Leben zu füllen. Das gespannt lauschende Publikum konnte sich persönlich davon überzeugen, warum Emrich schon in seiner Zeit beim DLV mit präzisen Analysen und seiner oft humorvollen Art, selbst schwierigste Sachverhalte verständlich darzustellen, ein gefragter Gesprächspartner für Athleten, Trainer und Medien war.

Was ist Doping?, Wie kann man Doping begründen?, Wie kann man die Verbreitung von Doping messen?, Welche methodischen Probleme gibt es bei der Messung der Verbreitung von Doping?, Wie verbreitet ist Doping in einzelnen Sportartengruppen und auf unterschiedlichen Leistungsniveaus? und Wie kann man Doping erklären und was kann man wirksam gegen Doping unternehmen? Dies waren die Fragen, mit denen sich der Referent, der als Sportwissenschaftler und Soziologe an der Universität des Saarlandes lehrt, in den folgenden gut 60 Minuten auseinandersetzte.

Zusammenfassend stellte Prof. Dr. Eike Emrich schließlich fest, dass Spielsportler aus Doping weniger Nutzen ziehen als Kampfsportler oder Leichtathleten, dass Strafverschärfungen generell keine Lösung sind, dass Prävention bereits im Elternhaus und bei ganz jungen Sportlern zu leisten ist, dass Dopingkontrolleure Einkommen aus der Organisation und Durchführung von Dopingkontrollen beziehen und diese erhalten wissen wollen, dass unter gegebenen Bedingungen ohne verbandseigene Kontrollen die Überwachung nur in geringem Ausmaß wirksam ist und, dass dieses geringe Ausmaß die Illusion von Ehrlichkeit mit der Ermöglichung von Spitzenleistungen verknüpft.

„Für den DLV war und ist ‘ehrlicher’ dopingfreier Sport eine zentrale Aufgabe, die öffentlich anerkannt wird“, stellte Emrich der deutschen Leichtathletik insgesamt ein gutes Zeugnis aus.

Bericht: Holger Schmidt

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