600 Teilnehmer beim 9. Herrmann-Hesse-Lauf in Calw

Der Kreis Calw ist Vorbild, was geeignete Straßenlaufstrecken betrifft. Besonders Fritz Sander und Günther Henne hatten mit ihren schnellen Kursen im Nagoldtal bei Landesmeisterschaften und nationalen Titelkämpfen in Bad Liebenzell und Calw dafür gesorgt, dass der Landkreis in diversen Bestenlisten ganz vorne vertreten war.

Beim 9. Herrmann Hesse-Lauf in Calw war Günther Henne gezwungen, aus verkehrstechnischen Gründen auf seine bewährten Strecke über Hirsau zu verzichten. So musste der WLV-Volkslaufwart und Streckenvermesser Friedrich Beischroth einen neuen Kurs mit drei Wendepunkten ausmessen. Dieser führte auf einem frisch asphaltierten Radweg romantisch entlang der Nagold nach Süden. Er wurde von den meisten Teilnehmern als kurzweilig und trotz einiger leichter Wellen als äußert schnell bezeichnet.

Um 13 Uhr starteten etwa 40 Bambiniläufer zu ihrem Rennen ohne Zeitmessung. Eine halbe Stunde später ging es im Lauf der Schüler/innen C und D über 1 Kilometer so richtig zur Sache. 58 Kinder, je zur Hälfte Mädels und Buben liefen vom Start bei der Badstraßenturnhalle zur Wende bei der Brücke an der Bahnhofsstraße und zurück.

Das Rennen der Schüler/innen A und B über 2 Kilometer war geprägt von der Teilnahme der Schüler der Karl-Georg-Haldenwang-Schule in Bad Teinach-Zavelstein. Unter den 22 Teilnehmern machten sich allein 14 geistig Behinderte, von vielen Betreuern begleitet, auf den langen Weg zur Wende vor dem Wehr. Der schnellste der Gruppe, Douglas Bottcher belegte als 8. mit 10:54 immerhin Rang 3 in der M13. Den Sieg holten sich jeweils mit großem Vorsprung auf den Rängen eins und zwei Sven Vischer (TV Sulgen – 1. M15) in 8:01 und Svenja Wüst (SV Böblingen – 1. W12) in 8:20.

Den sogenannten ENCW Firmenlauf über offiziell vermessene 5 Kilometer beendeten 69 Läufer und 30 Walker. Kurz nach dem Start drückte die dreizehnjährige Alina Reh (TSV Erbach) dem Rennen ihren Stempel auf. Couragiert übernahm sie die Spitze und gab, sieht man einmal von Oliver Patek (LSG Aalen – 1. M14)) ab, den folgenden Aktiven höchstens bis zur Brust Windschatten. Ohne Mühe löste sie sich dann von ihren Verfolgern und gewann in 17:20 Minuten. 10 Sekunden später folgte der zwanzig Jahre ältere Mittelstreckenspezialist Harald Kopp (LT Sulz am Eck – 1. M 30) vor Artur Bleibinger (Würmtalexpress – 1.M45) in 17:38 Minuten.

Alina Reh ist keine Unbekannte, obwohl ihre 2009 in Hockenheim gelaufene Zeit von 17:38 Minuten in keiner Bestenliste steht. Nun drückte sie ihre Marke um weitere 18 Sekunden. Spätestens bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Stockach sollte der Verband auf dieses besondere Talent aufmerksam geworden sein. Sie hatte dort den Rahmenwettbewerb mit sensationellen 32 Sekunden Vorsprung gewonnen.

Auf Grund der schmalen und kurvenreichen Streckenführung hatte sich Organisator Günther Henne entschlossen, den Hauptlauf in 2 Rennen aufzuteilen. Schon eine Viertelstunde vor dem Rennen begann es zu regnen und als der 1. Lauf pünktlich um 15.45 Uhr gestartet wurde, mischen sich auch einige Hagelschauer unter die Sturzbäche. Bei zwar idealen Temperaturen um etwa 8 Grad kühlte der eine oder andere in der Nässe doch kräftig aus. Trotzdem herrschten bei sauerstoffreicher Luft auf dem windgeschützten Kurs recht gute Bedingungen. Trockene Füße konnte man sich aber abschminken und besonders bei der großen Pfütze unter dem Eisenbahnviadukt gab es nur die Devise „Augen zu und durch“.

So mancher Athlet schaffte eine persönliche Bestzeit wie die Überflieger Bastian Franz und Markus Weiß-Latzko, beide neu bei der LG Neckar-Enz . Franz steigerte als Sieger des diesjährigen Herrmann-Hesse-Laufs in 30:25 Minuten seine letztjährige Siegerzeit um 39 Sekunden, Weiß-Latzko war als Zweiter in 30:38 Sekunden eine Sekunde schneller als 2008 bei der Deutschen Meisterschaft in Karlsruhe.

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Die Läufer gehen auf die 10 km-Distanz (Foto: G.Henne)

Die nächsten Ränge belegten die Gebrüder Markus (32:32 Min.) und Tobias Giering (32:45 Min.) sowie Uwe Katzmarek (32:50 Min.) alle von der LG Badenova Nordschwarzwald. Mit 33:49 Minuten folgte Lucas Bittigkoffer (TV Neulingen) auf Rang 8 als erster Jugendlicher. Weitere Altersklassensieger folgten mit Peter Georg Kapitza (TS Schramberg – M35 – 33:52 Min.), Sergio Paulo (LT Altburg – M45 – 33:56 Min.), Raphael Wenger (TF Feuerbach – M30 – 33:59 MIn.), Rainer Hartmann (SC Neubulach – M40 - 34:45 Min.), Simon Brodbeck (LC 80 Pforzheim – MJB – 36:20 Min.), Erwin Fiedler (Spvgg Warmbronn – M50 – 38:10 Min.), Günter Krehl (VfL Ostelsheim – M60 – 38:52 Min.), Hans-Peter Fuger (TF Feuerbach – M55 – 40:38 Min.), Lars Hosser (TV Kieselbronn – M14 – 42:11 MIn.), Vinzenz Kudler (Ötisheim – M70 – 48:34 Min.), Peter Dietrich (TG Stein – M65 – 46:05 Min. – B-Lauf) und Horst Liebing (Fitnesstempel Calw – M75 – 50:28 Min. – B-Lauf)..

Mit einem gleichmäßigen Lauf kämpfte sich die bekannte Triathletin Sonja Rapp unter die 39 Minuten. Die mit einem Startpass von TF Feuerbach ausgestattete Sportlerin war leider nur als Volksläuferin unterwegs und somit werden sich ihre 38:58 Minuten leider nicht in den Bestenlisten wiederfinden. Die Feuerbacher stellten bei 357 Finishern auf den langen Strecken alleine ein gutes Fünftel der Teilnehmer.

Zweite Frau wurde Meike Hess (LG ASV DSHS Köln) in 39:21 Minuten (2. W30). Sie ist nach Wanderjahren in Köln wieder in den Landkreis zurückgekehrt und nähert sich schon ihrer alten Leistungsstärke. So schnell wie nie zuvor war dagegen Andrea Pascher (LG Nagoldtal). Sie steigerte ihre Bestzeit um 1:28 Minu-ten auf 40:14. Als 4. Frau gewann nach längerer Verletzungspause Regina Vielmeier (SV Oberkollbach) mit 40:45 Minuten die W45. Die weiteren Klassensiegerinnen waren: Nadine Fromm (Team Ronhill – W35 – 40:52), Martina Kugele (LT Altburg – W40 – 41:51 Min.), Anastasia Stepanov (MTV Stuttgart – WJB – 42:55 Min.), Gudrun Vogl (Spvgg Renningen – W60 - 43:50 Min.), Dinah Harter (TS Schramberg – WJA - 44:21 Min. – B-Lauf), Karin Schopf (Wiernsheim – W55 – 46:06 Min. –B-Lauf), Beate Streibich-Gottschalk (SG Monakam– W50 – 46:32 Min. – B-Lauf), Reinhilde Denninger (LTG Kämpfelbach – W65 - 55:28 Min.- B-Lauf) und Rosi Rist (TF Feuerbach – W70 – 55:48 Min. – B-Lauf ).

Die Einteilung in zwei Rennen kann als genial bezeichnet werden. Somit konnte der größte Teil des Kurses von den schnelleren Läufern auf der Ideallinie absolviert werden. Eine rundum gelungene Veranstaltung? Leider nicht ganz. Die neue Zeitmessanlage des Kreises ist noch nicht ganz im Griff der Verantwortlichen. Leider verschleppte sich die Siegerehrung so sehr, dass gegen 19.30 Uhr nur noch wenige Athleten Urkunden und Preise in Empfang nehmen konnten. Der Veranstalter ist selbst sehr betroffen und hofft, dass gute Zeiten und freundliche Betreuung über den misslungenen Abschluss trösten und dass 2011 wieder viele Sportler den Weg nach Calw finden werden.

Bericht: Günter Krehl


Die kompletten Ergebnisse des 9. Hermann-Hesse-Laufs in Calw finden Sie [HIER]

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