Zum Tode von Hans Bühler

Hans Bühler, der Nestor der württembergischen Wurf-Schiedsrichter, ist in den letzten Tagen des alten Jahres verstorben. Nur kurz nach Anita Kühnle mussten die Stuttgarter und württembergischen Kampfrichter von Hans Bühler Abschied nehmen. Erinnerung an eine Schiedsrichter-Persönlichkeit.

„Nestor“ oder auch „Urgestein“ sind große Worte, aber auf Hans Bühler treffen sie ohne wenn und aber zu. Viele der heutigen Wurf-Schiris haben ihre ersten Einsätze als Kampfrichter oder Obleute unter seiner Leitung gehabt. Von ihm haben sie das erste, wichtige Rüstzeug für einen souveränen, entscheidungsstarken Schiedsrichter erhalten. Dies war Hans Bühler und noch viel mehr.

Er verband eine natürliche Autorität mit einer klaren Ansprache und einem entschiedenen, aber freundschaftlichen Auftreten gegenüber „seinen“ Athleten und seinen Kampfrichter-Teams.
Im Vorfeld der EM 1986 in Stuttgart begegnete ich ihm als Assistent der Einsatzleitung das erste Mal. Als der maßgebliche Wurf-Schiedsrichter dieser Europameisterschaft überzeugte er, ohne sich dabei in irgendeiner Weise in den Vordergrund zu spielen. Dies war nicht seine Art und er hatte das auch nicht nötig. So fand er es völlig in Ordnung, dass ich ihm als Newcomer aus der württembergischen Provinz Einsatzinformationen gab.

Ganz offen hat er damals mir, und davor und danach vielen anderen Kampfrichtern, die noch am Anfang standen, seine Erfahrungen freundschaftlich weiter gegeben. Seine Vorbildfunktion war beeindruckend, obwohl er dieses Lob für deutlich übertrieben gehalten hätte.

In die Jahre gekommen war es für ihn selbstverständlich, sich aus der ersten Reihe der Schiedsrichter zurückzuziehen, um den nachrückenden jungen Kräften das Feld zu überlassen. Bei lokalen Sportfesten ist er seiner Leichtathletik fast bis zum Schluss seines Lebens treu geblieben. Ein Abschied von der größeren Leichtathletikbühne war sein wie stets professioneller, engagierter Einsatz als Verantwortlicher auf dem Einwurfplatz bei den WAF-Sportfesten.

Knapp, klar, schnörkellos, so wie es seine Art war, hat er sich danach aus der Kampfrichterei verabschiedet. Viel zu schnell müssen wir jetzt für immer von ihm Abschied nehmen. Schade, aber die Erinnerung an den „geborenen Schiedsrichter“ - hierzu würde Hans kommentieren: übertreibt es mal nicht - wird bei allen. die mit ihm in der Leichtathletik zu tun hatten, bleiben.

Hans-Dieter Wagler
WLV-Kampfrichterwart

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