Dienstag, 8. August 2006

Auch am zweiten Tag der Leichtathletik-Europameisterschaften gab es für den DLV einen Sieg. Nach dem Kugelstoß-Gold für Ralf Bartels am gestrigen Montag gab es heute Gold für Jan Fitschen über 10.000 Meter. Während Ralf Bartels noch zu den Medaillenkandidaten gerechnet werden musste, kam Gold für Jan Fitschen völlig unerwartet. Der Rennverlauf war für den deutschen 10.000 Meter-Meister maßgeschneidert. Nach relativ langsamen ersten 5.000 Metern in ca. 14:20 Minuten konnte er immer Kontakt zur Spitzengruppe halten. Nachdem 600 Meter vor Schluss die beiden am stärksten eingeschätzten Spanier José Manuel Martinez und Juan Carlos de la Ossa davonzogen und Jan Fitschen abreißen lassen musste, schien das Rennen gelaufen. Aber Jan Fitschen kämpfte sich nochmals heran und ließ die beiden Spanier auf der Zielgeraden buchstäblich stehen. Die Zeit von 28:10,94 Minuten war – obwohl neue persönliche Bestzeit – fast schon Nebensache. Damit gab es nach langer Durststrecke für den DLV mal wieder einen internationalen Titel auf einer Langstrecke. Alle meine ITO-Kollegen zogen sofort die Parallele zu Dieter Baumann.

Trotz dieses sensationellen Sieges war heute schwedischer Tag im Ullevi-Stadion, das vor- und nachmittags ausverkauft war. Gelb war eindeutig die vorherrschende Farbe. Siebenkämpferin Carolina Klüft brachte die Schweden ganz aus dem Häuschen. Bereits bei ihrem ersten Probeversuch im Weitsprung tobte das Stadion. Diese Begeisterung hat sich den ganzen Tag über bis zum abschließenden 800-Meter-Lauf fortgesetzt und sich am Ende auch auf die anderen Wettbewerbe übertragen. So gab es noch für den Letzten im 10.000 Meter-Lauf Standing Ovations.

Erfreulich aus deutscher Sicht, dass im Siebenkampfwettbewerb, der sich hinter Carolina Klüft abspielte, zwei deutsche Siebenkämpferinnen ausgezeichnet mithielten und es am Ende für Lilli Schwarzkopf sogar Bronze gab. Die Ehrenrunde und die Siegerehrung, von Kronprinzessin Victoria vorgenommen, wird Lilli Schwarzkopf sicherlich nicht so schnell vergessen.

Einige weitere Ergebnisse des 2. Tages dürfen für die kommenden Wettbewerbe optimistisch stimmen: Ronny Ostwald schaffte den Einzug ins 100 Meter-Finale, auch wenn dort nicht mehr als Platz 8 drin war und Claudia Marx lief im 400 Meter-Hürden-Semifinale in persönlicher Bestzeit von 54,80 Sekunden auf Platz 2 und damit direkt ins Finale.

Morgen könnte es dank Hochspringer Stefan Holm nochmals einen schwedischer Tag geben, aber vielleicht gibt es ja auch für das deutsche Team wieder eine unerwartete Medaille.

Im Übrigen war heute auch das Weltfinale der Leichtathletik am 9./10. September in Stuttgart Gesprächsthema. Rund 50 Journalisten sind zur Pressekonferenz erschienen. IAAF Vizepräsident Prof. Helmut Digel, DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop, Rolf Schneider und Marc Kochan von in.Stuttgart berichteten über den Stand der Vorbereitungen. Mit dabei auch Hürdensprinterin Kirsten Bolm, die natürlich hofft, beim Weltfinale vor ihrer Haustüre dabei zu sein und der französische 400 Meter-Hürdenläufer Stéphane Diagana, der über seine tollen Erinnerungen an die WM 1993 in Stuttgart berichtete.


[HIER] finden Sie die Pressemeldung des DLV zur Weltfinale-Pressekonferenz in Göteborg.

Und hier die unvermeidlichen Schnappschüsse:

Foto3
Pressekonferenz zum Weltfinale der Leichtathletik im Göteborger Pressezentrum

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Heute begann auch die "Straßenleichtathletik" in Göteborg mit dem 20 km Gehen der Männer

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André Höhne (vorne) hielt sich zunächst in der Spitzengruppe, kam am Ende aber über Platz 11 nicht hinaus.

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Diese Jazzband sorgte am Rande der Gehstrecke für Stimmung

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