WLV-Verbandstag am 25. März 2006

Klare Mehrheit für die neue Satzung – Wahlen im Herbst

Beim 44. ordentlichen Verbandstag des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes am 25. März in der Gemeindehalle in Ludwigsburg-Poppenweiler votierten die Delegierten der Kreise und Bezirke mit großer Mehrheit für die vom WLV-Präsidium eingebrachte Neufassung der WLV-Satzung. Mit 192 Ja-Stimmen bei 39 Nein-Stimmen wurde die für eine Änderung der Satzung erforderliche Zweidrittel-Mehrheit der Stimmen deutlich übertroffen.

WLV-Präsident Jürgen Scholz freute sich über die Rückendeckung durch die Delegierten: "Die geplanten Änderungen sind Bausteine auf dem Weg zu einem modernen und handlungsfähigen WLV sein. Damit haben wir gezeigt, dass wir die Kraft besitzen, uns an die gewachsenen Anforderungen und die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen".

Dies sind die wesentlichsten Neuerungen der in Ludwigsburg verabschiedeten Satzung:
- Die Abschaffung des geschäftsführenden Präsidiums und die Verringerung der Zahl der Vizepräsidenten von bislang 4 auf einen Vizepräsidenten,
- die Verlängerung der Amtsperiode für die Präsidiumsmitglieder auf 4 Jahre,
- die Einführung des Athletenvertreters im Präsidium,
- die Abschaffung des erweiterten Verbandsbeirates und die damit verbundenen Umbenennung des Verbandsbeirates in Verbandsrat,
- die Abschaffung der Bezirke und die damit verbundene Stärkung der Leichtathletik-Kreise,
- und die Einführung einer Anti-Doping-Ordnung.

Da die beim Verbandstag verabschiedete Satzung erst mit dem erfolgten Eintrag ins Vereinsregister rechtskräftig wird, wurde der Tagesordnungspunkt "Neuwahlen" auf einen im Herbst einzuberufenden außerordentlichen Verbandstag vertagt. Bei diesem Verbandstag kann das WLV-Präsidium dann nach der neuen Satzung u.a. mit einer Amtszeit von vier Jahren gewählt werden.

Im Rahmen des festlichen Teils des Verbandstages am Vormittag erhielt WLV-Ehrenpräsident Karl-Heinrich Lebherz die Ehrenmitgliedschaft des Württembergischen Landessportbundes von WLSB-Vizepräsident Roland Albrecht verliehen. Der Sindelfinger Rudi Felger, langjähriger WLV-Sportwart, konnte sich über die Ernennung zum WLV-Ehrenmitglied freuen. Mit der WLV-Verdienstplakette wurde der Ludwigsburger Roland Kromer ausgezeichnet. Außerdem gingen der Molly-Schauffele-Preis an den im Trainingslager weilenden Nachwuchshammerwerfer
Alexander Ziegler (SV Dischingen) und der Friedrich-Wilhelm-Heyden-Preis an Dreisprung-Bundestrainerin Elke Stahl

Mitgliederbindung zentrales Thema

Im Festvortrag referierte Prof. Dr. Helmut Gabler, Diplom-Psychologe und –Sportlehrer und bis 2005 Leiter des Arbeitsbereichs “Sportpsychologie und Methodenlehre” am Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen, zum Thema “Sportvereine: Auslaufmodell oder Hoffnungsträger?” Um es vorweg zu nehmen: Als Auslaufmodelle sieht Gabler die Vereine keineswegs. Aber verschiedene Hausaufgaben hat der organisierte Sport durchaus zu erledigen. Doch zunächst rückte der Sportwissenschaftler anhand verschiedener Studien den aktuellen Problemen der Sportvereine auf den Leib. Solidargemeinschaft oder Dienstleistungseinrichtung? war dabei seine zentrale Frage. Die in der überwältigenden Mehrzahl Mehrspartenvereine mit Leichtathletikabteilungen, die im WLV-Durchschnitt 157 Mitglieder zählen, sind eindeutig Solidargemeinschaften. Das Ehrenamt dominiert. Mangelnde Bereitschaft ein solches auszuüben sehen die von Gabler vorgestellten Erhebungen vor allem in Bezug auf Vorstandspositionen oder bei Kampf- und Schiedsrichtern. Erstaunlich, dass bei WLV-Vereinen im Unterschied zum WLSB-Durchschnitt das Engagement im Breitensport ebenso wie die Qualität der Übungsleiter und Trainer absolut höchste Priorität genießt.

Zu über 80 Prozent hoch oder sehr hoch ist die Mitgliederzufriedenheit in den WLSB- und damit auch WLV-Vereinen. Ein “äußerst sensibles” Thema jedoch sind die Beiträge. Obwohl diese in der Leichtathletik oft “außerordentlich niedrig” seien, könnten schon geringe Erhöhungen zu Austritten führen.

Zusammenfassend führte Prof. Dr. Hartmut Gabler aus, dass in den Vereinen insbesondere “die Mitgliederbindung und -gewinnung intensiviert werden muss”. Auch seien die Ziele zu überdenken. Im “wettkampforientierten Breitensport” auf Vereins- oder Verbandsebene liegt für ihn die Zukunft der Leichtathletik.

Weltfinale der Leichtathletik Jahreshöhepunkt 2006

In Gegenwart und Zukunft nicht fehlen darf und soll aber beim WLV der international orientierte Spitzensport, auch wenn dieser nach Gabler nur von einem Prozent der Leichtathletik-Vereinsmitglieder praktiziert wird. Die vorherigen Ausführungen von WLV-Präsident Jürgen Scholz machten deutlich, welch große Erfolge die ‘Aushängeschilder’ seit dem letzten Verbandstag 2004 in Bad Liebenzell wiederum erreicht haben. “Bei allen wichtigen internationalen Leichtathletik-Ereignissen waren WLV-Athleten präsent”, so Scholz stolz. Das betraf allem voran die Olympischen Spiele in Athen, wo ein Quintett die Verbandsfarben hochhielt und schloss auch sämtliche Welt- und Europameisterschaften in der Halle und im Freien bei den Aktiven und dem Nachwuchs ein.

Auch seinen persönlichen sportlichen Jahreshöhepunkt sieht Jürgen Scholz trotz Fußball-Weltmeisterschaft in den Leichtathletik. Nämlich beim World Athletics Final am 9. und 10. September 2006 im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion. “Nicht nur, weil es in Stuttgart stattfindet, sondern, weil ich es gleich hinter den Olympischen Spielen und fast auf Augenhöhe mit einer Weltmeisterschaft einstufe.” An alle Anwesenden ging der Appell, sich “für den Erfolg dieser Veranstaltung einzusetzen. Wir haben es jetzt selbst in der Hand, nutzen wir die Chance für die Leichtathletik!”

Fotos vom Verbandstag 2006 in Ludwigsburg-Poppenweiler finden Sie [HIER]

PDF-Acrobat Sonderausgabe WLV vor Ort, Verbandstag 2006
PDF-Acrobat Tagesordnung Verbandstag 2006

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