Anti-Doping-Newsletter (01.11.2007)
Hallo,

Im aktuellen Anti-Doping-Newsletter finden Sie folgende Themen:

Verhandlungen über neue Trainingskontrollvereinbarung
Treffen der Dopingkontrolleure des DLV
Besseres Controlling der Kontrolleure
Anti-Doping-Symposium der Leistungssportschulen
Fair-Play-Kongress des DOSB
Falsche Aussage auf Senioren-Internetseite

Eine schöne Zeit wünscht Ihnen
Ihre DLV Anti-Doping-Koordinierungsstelle

DLV VERHANDELT NEUE TRAININGSKONTROLLVEREINBARUNG

Vertreter von NADA und DLV haben sich zu einem mehrstündigen Gespräch in Bonn getroffen, um neu über die Trainingskontrollvereinbarung zu verhandeln. Mit der Trainingskontrollvereinbarung überträgt der DLV der NADA die Kompetenz und Pflicht zur Durchführung der Dopingkontrollen außerhalb von Wettkämpfen. Ergebnis des Gesprächs ist, dass die NADA mehr und gezielt Kontrollen durchführen und sich dabei vor allem auf die Mitglieder des Nationalen Testpools konzentrieren will. Das angestrebte intelligente Kontrollieren beinhaltet auch gezielte Kontrollen in bestimmten Trainings- und Wettkampfvorbereitungsphasen der einzelnen Athleten.
Da die bisher veranschlagten Kosten für die Kontrollen mehr den realen Kosten angepasst werden sollen, wird der DLV für die Trainingskontrollen noch tiefer als bisher in die Taschen greifen.

TREFFEN DER DOPINGKOTROLLEURE DES DLV

Die Wettkampfkontrollen werden nach wie vor durch die ADKS organisiert. Mit rund 30 hilfsbereiten und kompetenten Kontrolleuren werden die Kontrollen bei Leichtathletik-Veranstaltungen in Deutschland sichergestellt. Am 17. November 2007 findet in Darmstadt das alljährliche Treffen der DLV Dopingkontrolleure statt. Dort werden aktuelle Themen besprochen, es gibt einen Vortrag zur Weiterbildung (diesmal zum Thema Blutkontrolle und –analyse) und die Kontrolleinsätze für das Jahr 2008 werden koordiniert. Der DLV nutzt diese Gelegenheit gleichzeitig, um sich bei allen Kontrolleuren für ihre Arbeit und Unterstützung zu bedanken.

BESSERES CONTROLLING DER KONTROLLEURE

Es wird immer wieder berichtet, wenn auch vereinzelt, dass sich die Kontrolleure bei den Trainingskontrollen nicht korrekt verhalten bzw. die Athleten an der Durchführung der Trainingskontrollen etwas zu beanstanden haben. Um sicher zu stellen, dass Fehlleistungen der Kontrolleure weitestgehend ausgeschlossen und die Athleten in ihrer Privatsphäre bestmöglich geschützt werden, ist es unabdingbar, solche Vorfälle, Anmerkungen oder Auffälligkeiten an uns oder die NADA zu berichten. In jedem Fall sollten sie aber auf dem Dopingkontrollformular vermerkt werden. Nur so kann die Arbeit der Kontrolleure eingeschätzt und gegebenenfalls verbessert werden. Eine gute Arbeit der Kontrolleure ist auch im Interesse der Athleten.

DOPING-AUFKLÄRUNG UND MASSNAHMEN DER PRÄVENTION

Unter diesem Generalthema stand das 6. Internationale Symposium der ARGE Leistungssportschulen, das am 16. und 17. Oktober 2007 in Berchtesgaden stattfand. Fazit der zahlreichen umfassenden Vorträge auch zu Randgebieten des Dopings: Höchstleistungen sind ohne Doping erreichbar. Da das aber viele Athleten nicht mehr glauben, sind Präventionsmaßnahmen für Athleten und Wissensvermittlung für Trainer außerordentlich wichtig.

13. FAIR-PLAY-KONGRESS DES DOSB

Auf dem 13. Fair-Play-Kongress des DOSB vom 17. bis 19. Oktober 2007 in Frankfurt wurde aufgrund der aktuellen Situation auch über das Thema Anti-Doping gesprochen. Die Redebeiträge namhafter Rechtswissenschaftler, Sportler und Soziologen führten zu dem Ergebnis, dass nicht allein die härtere Bestrafung der Athleten, sondern vor allem Eingriffe in das gesamte für Doping verantwortliche System dazu führen können, Doping einzudämmen. Dazu zählen unter anderem das gesamte Umfeld des Athleten genauso wie Förderrichtlinien, Medien und Verbände.

FALSCHE AUSSAGEN AUF SENIOREN-INTERNETSEITE

Auf einer hauptsächlich von Seniorinnen und Senioren genutzten Internetseite wurde kürzlich veröffentlicht, dass der DLV keine Anträge auf medizinische Ausnahmegenehmigung mehr bearbeite und die Anträge auch nicht an die NADA oder WMA zur Bearbeitung weiterleite. Diese Aussage ist zum Teil falsch.
Der DLV hat seit Bestehen von NADA bzw. WMA nie Anträge auf medizinische Ausnahmegenehmigungen bearbeitet, da hierfür ausschließlich NADA bzw. WMA zuständig sind. Richtig ist, dass der DLV, wie auch in einem der monatlichen Newsletter mitgeteilt, die beim DLV eingehenden Anträge nicht mehr weiterleitet. Dies ist jedoch vor allem im Interesse der Athleten: Da der DLV nicht zuständig ist, wird mit Eingang des Antrags auch nicht die Frist für die Einreichung des Antrags gewahrt. Dies geschieht nur bei fristgemäßem Einreichen bei der dafür zuständigen Stelle. So konnte sich der Athlet nicht sicher sein, ob und wann sein Antrag tatsächlich durch den DLV an die zuständige Stelle weitergeleitet wurde. Die Nachteile hat der Athlet tragen müssen. Es stimmt, dass der Athlet hier zum Überlegen gezwungen wird, an wen der Antrag richtigerweise zu senden ist. Dafür hat er im Gegenzug an Rechtssicherheit gewonnen.