Anti-Doping-Newsletter (01.12.2007)
Hallo,

Im aktuellen Anti-Doping-Newsletter finden Sie folgende Themen:

- Allgemeine Informationen zu den Abmeldepflichten
- Einzelfragen zu den Abmeldepflichten
- Keine 1-Stunden-Regelung der WADA

Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2008!

Eine schöne Zeit wünscht Ihnen
Ihre DLV Anti-Doping-Koordinierungsstelle

ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZU DEN ABMELDEPFLICHTEN

Täglich bringen Athleten ihren Unmut über die bestehenden Abmeldepflichten oder Unzulänglichkeiten des Abmeldesystems oder Fehler von Kontrolleuren oder der NADA zum Ausdruck. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass die Meldepflichten aufgrund des WADA-Codes bestehen und für alle Athleten weltweit gelten, sofern sie einem Dopingkontrollsystem angehören. IAAF, NADA und DLV setzen dieses Regelwerk um. Dabei geben sich alle Beteiligten große Mühe, die damit einhergehenden und bekannten Einschränkungen der Persönlichkeitsrechte so gering und die Handhabung des Systems so praktikabel wie möglich zu gestalten. Systemische oder menschliche Fehler sind nicht ausgeschlossen, auch dies sei an dieser Stelle erwähnt. Für diese werden die Athleten jedoch nicht verantwortlich gemacht. Sanktionen haben nur Athleten zu befürchten, die ihren Pflichten aufgrund eigenen Verschuldens nicht nachgekommen sind. Bisher ausgesprochene Verwarnungen beruhten alle auf dem Eingeständnis der Athleten, ihre Meldepflicht verletzt zu haben. Es waren dabei weder Fehler außerhalb der Athletensphäre noch Unsicherheiten aufgetreten.

Um eventuell noch bestehende Unklarheiten zu beseitigen, widmen wir diesen Anti-Doping-Newsletter ausführlich den Abmeldepflichten der Athleten. Er fällt daher diesmal etwas länger aus.

Meldepflichten der Athleten des Internationalen Testpools der IAAF:

Meldung von Wohnort, ständigem Aufenthaltsort, Arbeitsort, Telefonnummern, Änderungen;
Vierteljährliche Einreichung der Whereabouts insbesondere mit Trainingsorten und -zeiten sowie geplanten Trainingslagern und Wettkämpfen, Beendigung der sportlichen Laufbahn.

Abmeldung bei Verlassen des gewöhnlichen Aufenthaltsortes oder bei Nichtwahrnehmung von Trainingszeiten oder Änderung des Trainingsortes.
All dies ist der IAAF mitzuteilen. Das ist per Post und Fax möglich, aber auch online über das System ADAMS. Hierfür haben die entsprechenden Athleten ein Passwort erhalten. ADAMS steht nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung.
Athleten, die sowohl im Internationalen Testpool der IAAF als auch im Nationalen Testpool der NADA sind, benutzen mit ADAMS ein und dasselbe System, so dass Doppelabmeldungen in Zukunft nicht mehr notwendig sind. Die Daten in ADAMS gelten für beide Testpools.

Die Zugehörigkeit zum Internationalen Testpool der IAAF dauert von der Aufnahme durch Mitteilung der IAAF bis zur Mitteilung der IAAF, dass die Zugehörigkeit aufgehoben wurde.

Über eine versäumte Kontrolle („missed test“) entscheidet die IAAF, sofern die IAAF die Kontrolle in Auftrag gegeben hatte.

Meldepflichten der Athleten des Nationalen Testpools der NADA:

Meldung von Wohnort, ständigem Aufenthaltsort, Arbeitsort, Telefonnummern, Änderungen;
Vierteljährliche Einreichung der Whereabouts insbesondere mit Trainingsorten und -zeiten sowie geplanten Trainingslagern und Wettkämpfen, Beendigung der sportlichen Laufbahn.

Abmeldung bei Verlassen des gewöhnlichen Aufenthaltsortes oder bei Nichtwahrnehmung von Trainingszeiten oder Änderung des Trainingsortes von mehr als 24 Stunden.

All dies ist der NADA mitzuteilen. Das ist per Post oder Fax möglich, aber auch online über das System ADAMS. Hierfür haben die entsprechenden Athleten ein Passwort erhalten. ADAMS steht nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung.

Die Zugehörigkeit zum Nationalen Testpool der NADA dauert grundsätzlich von 1.12. nach Aufnahme in den Kader (vorherige Mitteilung durch den DLV) bis zur Mitteilung des DLV, dass die Zugehörigkeit aufgehoben wurde, oder bis zur Mitteilung der Beendigung der Laufbahn durch den Sportler.

Über eine versäumte Kontrolle („missed test“) entscheidet der DLV oder das nationale Sportschiedsgericht, sofern es sich um die dritte versäumte Kontrolle handelt.

Meldepflichten der Athleten des Allgemeinen Testpools der NADA:

Meldung von Wohnort, ständigem Aufenthaltsort, Arbeitsort, Telefonnummern, Änderungen;
Einreichen des Rahmentrainingsplanes; Beendigung der sportlichen Laufbahn.

Abmeldung bei Verlassen des gewöhnlichen Aufenthaltsortes oder bei Nichtwahrnehmung von Trainingszeiten oder Änderung des Trainingsortes von mehr als 72 Stunden.

All dies ist der NADA mitzuteilen. Das ist per Post oder Fax möglich, aber auch online über das NADA XtraNet. Hierfür haben die entsprechenden Athleten ein Passwort erhalten.

Die Zugehörigkeit zum Allgemeinen Testpool der NADA dauert grundsätzlich von 1.12. nach Aufnahme in den Kader (vorherige Mitteilung durch den DLV) bis zur Mitteilung des DLV, dass die Zugehörigkeit aufgehoben wurde, oder bis zur Mitteilung der Beendigung der Laufbahn durch den Sportler.

Athleten, die nach einer Suspendierung oder Unterbrechung ihrer Laufbahn wieder in den Wettkampfbetrieb zurückkehren möchten und sich daher dem Kontrollsystem unterwerfen müssen, gehören dem Allgemeinen Testpool der NADA an. Athleten, die bis dato keinen Zugang zum XtraNet hatten, erhalten diesen auch nicht, sondern müssen die Abmeldungen per Post oder Fax vornehmen.

Über eine versäumte Kontrolle („missed test“) entscheidet der DLV oder das nationale Sportschiedsgericht, sofern es sich um die dritte versäumte Kontrolle handelt.

Meldepflichten der Athleten des ST-Kaders des DLV:

Meldung von Wohnort, ständigem Aufenthaltsort, Arbeitsort, Telefonnummern, Änderungen,
Einreichung des Rahmentrainingsplanes, Beendigung der sportlichen Laufbahn.

Abmeldung bei Verlassen des gewöhnlichen Aufenthaltsortes oder bei Nichtwahrnehmung von Trainingszeiten oder Änderung des Trainingsortes von mehr als 72 Stunden.

All dies ist dem DLV mitzuteilen. Das ist per Post, Fax oder Email möglich.

Die Zugehörigkeit zum ST-Kader des DLV dauert grundsätzlich von 1.12. eines Jahres bis zum 30.11. des nächsten Jahres oder bis zur Mitteilung der Beendigung der Laufbahn durch den Sportler.

Über eine versäumte Kontrolle („missed test“) entscheidet der DLV.

EINZELFRAGEN ZU DEN ABMELDEPFLICHTEN

Abmeldungen zu Trainingslagern erfolgen für die Zeit des Trainingslagers, An- und Abreisetage werden jeweils als Reisetage angegeben. Dies gilt auch für alle anderen Tage, an denen Sie zu Trainingsaufenthalten, Wettkämpfen oder Urlaubsorten unterwegs sind.

Wenn Sie innerhalb von 24 bzw. 72 Stunden (je nach Testpoolzugehörigkeit) wieder an Ihren gemeldeten Aufenthaltsort zurückkehren, müssen Sie sich nicht abmelden. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn der Kontrolleur Sie während einer solchen nicht-meldepflichtigen Abwesenheit nicht antrifft. Dennoch muss der Sachverhalt geklärt werden, weshalb Sie in einem solche Fall angeschrieben und um Stellungnahme gebeten werden. Eine nicht durchgeführte Kontrolle bedeutet nicht automatisch einen missed test!

Mitglieder des Internationalen Testpools der IAAF haben eine strengere Abmeldepflicht. Die 24-Stunden-Regelung ist dort nicht gültig. Daher sollten sich diese Athleten immer dann abmelden, wenn sie etwas anderes tun als ihren täglichen Verrichtungen nachgehen. Insbesondere sollten sie die IAAF darüber informieren, wenn Trainingszeiten oder -orte von den der IAAF bekannten abweichen. Über ADAMS ist dies kurzfristig und bis eine Minute vor Änderung möglich.

Die Kontrolleure dürfen nicht mehr, wie das früher üblich war, vor Durchführung der Kontrolle zum Zwecke des Aufsuchens des Athleten anrufen. Die Kontrolle soll schließlich unangekündigt stattfinden. Deshalb wird der Kontrolleur erst versuchen, Wohn-, Arbeits- und/oder Trainingsstätte aufzusuchen und erst nach diesen erfolglosen Versuchen mit dem Athleten Kontakt aufnehmen, um herauszufinden, wo sich der Athlet befindet.

Die Beendigung der Laufbahn müssen Sie jeweils IAAF, NADA oder DLV (je nach Poolzugehörigkeit) ausdrücklich mitteilen. Die Bekanntgabe einer solchen Entscheidung durch die Presse reicht nicht aus, um offiziell aus dem Testpool gestrichen zu werden. Auf Versäumnis dieser Mitteilung beruhende missed tests werden (kostenpflichtig!) sanktioniert.

VORERST KEINE 1-STUNDEN-REGELUNG DER WADA

Die WADA hatte ursprünglich vor, bei der Revision des WADA-Codes auch die International Standards for Testing (IST) zu ändern. Es sollte vorgesehen werden, dass die Athleten sich für drei Monate im Voraus festlegen, wann sie pro Tag eine Stunde für Dopingkontrollen zur Verfügung stehen. Diese Regelung wird vorerst nicht in Kraft treten. Aufgrund massiver Intervention vor allem der deutschen Seite wurde davon abgesehen, diese Regel in die IST aufzunehmen. Nun wird es eine Arbeitsgruppe mit deutscher Beteiligung geben, die die IST bis Frühjahr nächsten Jahres noch einmal überarbeitet und nach einer sinnvollen wie praktikablen Lösung suchen soll.